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Your search for 'dc_creator:( "Prankel, Dieter" ) OR dc_contributor:( "Prankel, Dieter" )' returned 51 results. Modify search

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Kulturkontakt, globaler

(9,422 words)

Author(s): Rinke, Stefan | Falola, Toyin | Aderinto, Saheed | Prankel, Dieter | Reichmuth, Stefan | Et al.
1. Einleitung Lange Zeit meinte der Begriff K. das Zusammentreffen unterschiedlicher, in sich homogener und statischer kultureller Einheiten. Moderne Ansätze zum Verständnis von K. gehen demgegenüber von einem anderen Kulturbegriff aus. Demnach ist Kultur ein »selbstgesponnenes Bedeutungsgewebe« [3. 9] des menschlichen Bewusstseins, das sich in dynamischen Prozessen der Konstruktion von Symbolen permanent verändert. Die Deutungen erfolgen sowohl individuell als auch kollektiv und produzieren Bedeutungen und Identitäten. Diese Interp…

Himmelsmechanik

(1,136 words)

Author(s): Giuccardini, Niccolò | Prankel, Dieter
1. Anfänge Die H., d. h. die Beschreibung der Bewegungen der Himmelskörper im Sonnensystem auf Grundlage der nzl. Mechanik, hat ihren Ursprung in Newtons Theorie der Gravitation (Schwere), genauer: in den von ihm formulierten und nur z. T. beantworteten Fragen des dritten Buches der Principia mathematica (1687). Zu den anspruchsvollsten dieser Probleme gehörten die planetarischen Störungen, die aus Wechselwirkungen der gravitierenden Massen des Sonnensystems resultieren (Planeten). Es ist bis heute schwierig, den Bahnverlauf von Körpern unter d…

Mechanismus

(2,295 words)

Author(s): Miller, Jon | Prankel, Dieter
1. Begriff Die »mechanische Philosophie« sowie eine neue math. Darstellungsform und eine neue Theorie von der Materie, von deren Eigenschaften und Kräften waren entscheidende Faktoren der wissenschaftlichen Revolution des 17. und 18. Jh.s. Aus dem Blickwinkel des 21. Jh.s lassen sich im frühnzl. Diskurs drei Verwendungsweisen des Worts Mechanik ausmachen. (1) Der alltäglichste Gebrauch bezieht sich auf die Konstruktion und Verwendung von Maschinen wie Pumpen und Mühlen. Im Zug der Wiederentdeckung und Veröffentlichung antiker Texte zur Mechanik und Mathematik ( Archimed…

Steuerpacht

(2,067 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Prankel, Dieter | Meier, Astrid
1. Europa 1.1. Charakteristika Die S. ist ein semiprivates Verfahren der Erhebung von Steuern: Für eine an die Behörden gezahlte Pauschalsumme darf der Steuerpächter (= Stp.) diese auf eigene Rechnung eintreiben. In der Regel setzten Stp. hierfür ihr eigenes Personal ein; möglich waren aber auch Organisationsformen, bei denen die Regierung Büro und Beamte dafür stellte. Die Stp. handelten den entsprechenden Vertrag entweder selbst aus oder bekamen ihn bei einer öffentlichen Auktion [1]. Die S. war eine in der Frühen Nz. weit verbreitete Praxis und eine Spezialform v…

Erfahrung

(1,425 words)

Author(s): Henry, John | Prankel, Dieter
1. Erfahrung versus Autorität im 17. Jahrhundert Die erkenntnistheoretische Annahme, dass das Wissen über die Natur nicht nur mit der (persönlichen) E. der Welt im Einklang stehen, sondern auch auf dieser E. beruhen müsse, war charakteristisch für die neuen philosophischen Anschauungen der Wissenschaftlichen Revolution des 16. und 17. Jh.s. (Erkenntnistheorie). In der Naturphilosophie des MA wurde E. als die maßgebliche Grundlage des Wissens in Anspruch genommen. Für die Scholastiker galt das Axiom: Nihil est in intellectu, quod non prius fuerit in sensu (»Es kann nichts i…

Astronomie

(4,841 words)

Author(s): Guicciardini, Niccolò | Prankel, Dieter
Die Wissenschaft der A. erlebte ab dem 16. Jh. aufgrund der allmählichen Durchsetzung des von Nikolaus Kopernikus vorgeschlagenen heliozentrischen Systems eine tief greifende Umwälzung. Manchen Historikern zufolge liegen entscheidende Wurzeln der sog. »wiss. Revolution« des 16. und 17. Jh.s in diesem Umbruch, der nicht nur mit dem Niedergang eines lange akzeptierten Bildes des Kosmos einherging, sondern auch den disziplinären Status der A. neu definierte. Diese Veränderungen werden im Folgenden v. a. unter der…

Soldatenhandel

(1,757 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter | Sikora, Michael
1. Überblick Die frühnzl. Staaten waren bei der Rekrutierung ihrer Armeen und Kriegsflotten meist auf bezahlte Berufs-Soldaten anstelle von Wehrpflichtigen angewiesen (vgl. Werbung; Heeresreformen). Vor der Franz. Revolution und der napoleonischen Zeit gab es nur zögerliche Versuche eines allgemeinen Militärdiensts. Erst die Erfolge, die Frankreich damit erzielte (Levée en masse), ermutigten die meisten europ. Staaten – mit der Ausnahme Großbritanniens und europ. kolonialer Streitkräfte –, zu Beginn des 19. Jh.s die generelle Wehrpflicht einzuführen. Berufssoldaten k…

Kausalität

(2,388 words)

Author(s): Smith, Kurt | Prankel, Dieter
1. Definition Die Frage danach, was gemeint ist, wenn etwas als die »Ursache« (lat. causa) von etwas anderem bezeichnet wird, und was dem in den Dingen selbst entsprechen könnte, wurde schon von den Philosophen der Antike untersucht. Für die nzl. Diskussion von K. war die aristotelische Unterscheidung von vier Ursachen fundamental: causa formalis, materialis, finalis und efficiens (Form-, Material-, Zweck- und Wirkungsursache). Es gab allerdings keine kohärente, einheitliche Interpretation der Philosophie des Aristoteles ( Aristotelismus). Im Verlauf der Nz. wurde d…

Licht und Farbe

(3,131 words)

Author(s): Zemplén, Gábor Á. | Prankel, Dieter
1. Begriffe Heute wird L. oft als ein schmales Band (Wellenlänge 400–700 Nanometer) elektromagnetischer Strahlung definiert, das vom menschlichen Auge wahrgenommen werden kann. F. hingegen wird in der Physik unterschiedlichen Wellenlängen dieser Strahlung, in der Physiologie unterschiedlichen Zuständen der Sehnerven und des Gehirns zugeordnet, und in der Farbmetrik mit den Konzepten von Tönung, Helligkeit und Sättigung beschrieben. Wenige Wissensbereiche machten in den vier Jahrhunderten der Nz. so große Fortschritt…

Handelsräume

(6,336 words)

Author(s): Häberlein, Mark | Klooster, Willem | Prankel, Dieter | Beck, Thomas
1. Einleitung 1.1. Europa der Frühen Neuzeit Am Beginn der Nz. stellte Europa noch keinen einheitlichen H. dar; vielmehr lassen sich mehrere Regionen kommerzieller Interaktion identifizieren, die sich hinsichtlich ihrer Bevölkerungsdichte, ihres Urbanisierungsgrades und der Intensität der wirtschaftlichen Austauschprozesse stark unterschieden. Aufgrund der technischen und politischen Probleme des Überlandhandels (Straßenverhältnisse, Zoll-Schranken) bildeten sich Räume intensiven kommerziellen Austausc…

Empirismus

(1,866 words)

Author(s): Henry, John | Prankel, Dieter
1. Definition Der philosophische Ansatz des E. geht – im Gegensatz zum Rationalismus – davon aus, dass Wissen durch Erfahrung und damit durch die menschlichen Sinne gewonnen wird ( Erkenntnistheorie). Historisch ist er eng mit der Entwicklung der experimentellen Methode verbunden ( Experiment), in der Erkenntnis das Ergebnis einer speziell entwickelten, spezifischen und praktischen Vorgehensweise ist; diese Methode gilt seither als Grundcharakteristikum der neuen Naturphilosophie der wissenschaftlichen Revolution des 17. Jh.s und der modernen Naturwissenschaft. 2. Nat…

Elastizität

(1,217 words)

Author(s): Guicciardini, Niccolò | Prankel, Dieter
1. Allgemein Die E. gehört zu jenen materiellen Phänomenen, die ab dem 17. Jh. zunehmend einer quantifizierenden, math. Behandlung unterworfen wurden. Ihre Erforschung war eng mit einer Reihe verschiedener Interessen und Anwendungen verknüpft; ihre Geschichte ist von Bedeutung für Entwicklungen in Physik, Technik, Architektur und Mathematik. Das E.-Verhalten von Materialien, insbes. das Biegen und schließlich Brechen von Balken und Säulen, war ein Grundanliegen von Architekten und Maschinenbauern ( Festigkeitslehre). 2. Die Anfänge In seinen Discorsi e dimostrazioni …

Skeptizismus

(1,658 words)

Author(s): Maia Neto, José Raimundo | Prankel, Dieter
1. Wiederaufleben des antiken Skeptizismus Der S. ist der philosophische Standpunkt, der Zweifel an Wissensansprüchen erhebt und sich die Frage stellt, was der Mensch erkennen oder wissen kann (Erkenntnistheorie). Als philosophische Schule entstand er im Hellenismus; Hauptvertreter waren u. a. Karneades im 2. Jh. v. Chr. als Vertreter der akademischen Skepsis und Pyrrhon von Elis im 3. Jh. v. Chr. als Begründer der radikaleren Ausrichtung, nach der nichts wissbar ist, man sich daher eines Urteils enthalten muss und die Dinge folglich moralis…

Berufsmobilität

(2,757 words)

Author(s): Leeuwen, Marco H.D. van | Lesger, Clé | Prankel, Dieter
1. Beschränkung sozialer Mobilität in der Neuzeit Die drei Hauptformen der sozialen Mobilität (= M.) sind (1) die intergenerationale M., (2) die intragenerationale M. (B. oder Karriere-M.) und (3) die Heiratsmobilität. Allen drei Formen gemeinsam sind die Indikatoren Beruf, Besitz und Sozialprestige [7]; [9]. In der Nz. hatte der gesellschaftliche Status, den der Einzelne mit der Geburt erhielt, eine vorrangige Bedeutung und erschwerte alle drei Formen der sozialen M. (Ständegesellschaft). Bes. Wichtigkeit kam ihm beim Adel zu, der in weiten Teilen Europas an der Spi…

Heilkulturen, globale

(6,748 words)

Author(s): Rüther, Kirsten | Holler, Ursula | Deacon, Harriet | Prankel, Dieter | Kummels, Ingrid | Et al.
1. Einleitung Wenn es darum geht, die Geschichte von Heilpraktiken und H. global zu kontextualisieren, ist es nicht ungewöhnlich, Themen wie Quarantäne, Epidemien, ökologischen Imperialismus und damit auch die demographische Katastrophe oder den Columbian Exchange zu assoziieren [2]; [3]. Darüber hinaus erschließt das Konzept der H. aber gerade im Kontext globaler Interaktion den Zugriff auf weitreichende und unterschiedlich akzentuierte Mechanismen des Austausches und des Aushandelns, umfasst es doch sämtliche Handlungen und Denkweisen in Bezug auf Krankheit und Gesun…

Transhumanz

(974 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Definition und Grundlagen Der 1892 von dem franz. Geographen Jean-François Bladé geprägte Begriff T. (vgl. türk. yaylag/ yaylak) steht in der westl. Anthropologie für Weidewirtschaft bzw. für eine darauf basierende Lebensweise. Er bezeichnet eine Variante der Arbeitsmigration sowie Viehwirtschaft, der nichtsesshaften Weidewirtschaft [3. 22–23]; [4. 23], die man in Nomadismus, T. und Alpwirtschaft unterteilt. Jedem Typus entspricht eine spezifische Form der Migration. Die hochspezialisierte Viehzucht mit Stallhaltung im Winter konnte mit Arbeitswanderu…

Staatsfinanzen

(3,478 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Prankel, Dieter
1. Allgemein S. waren im nzl. Europa ein relativ spätes Phänomen. Im MA wurde von einem Fürsten erwartet, dass er seine Ausgaben mit dem Einkommen aus seinen eigenen Krondomänen beglich (engl. to live off his own, franz. vivre du sien, span. conformare con lo suyo). Nur unter außergewöhnlichen Umständen wie z. B. im Krieg durfte er Steuern erheben. Lange war die Unterscheidung zwischen den Finanzen des Herrschers und denen des werdenden Staates fließend. Die Abgrenzung von Privatheit und Öffentlichkeit sowie von fürstlichem und staatlichem Bereich…

Wissensutilität

(2,301 words)

Author(s): Cormack, Lesley | Ede, Andrew | Prankel, Dieter
1. Begriff Utilität (= Ut.; von lat. utilis, »verwendbar«, »nützlich«; bzw. utilitas, »Tauglichkeit«, »Nützlichkeit«, »Nutzen«) liegt als Konzept schon in der griech. Naturphilosophie vor ( euchrēstía bei den Stoikern). Der Begriff der W. steht entweder für die Nützlichkeit eines wiss. Instruments, einer wiss. Idee bzw. einer Methode für die Forschung oder für den Nutzen der wiss. Erkenntnis in breiterem gesellschaftlichem Zusammenhang. Beide Formen der Ut. trugen zum Wandel des Wissens über die Natur und der Rolle des Gelehrten bei. 2. Der Nutzen von Werkzeugen In der Nz. wu…

Patriotenbewegung

(970 words)

Author(s): Velema, Wyger R.E. | Prankel, Dieter
1. Hintergründe und Forderungen Die niederl. P. – eine in den 1770er Jahren gegründete Protest-Bewegung mit ihrem Höhepunkt um die Mitte der 1780er Jahre – entstand vor dem Hintergrund zweier histor. Faktoren: zum einen der niederl. Aufklärung, zum anderen des Abstiegs der nach dem Niederländischen Aufstand begründeten Niederl. Republik im 18. Jh., der mit der Niederlage im vierten Engl.-Holländ. Krieg (1780–1784) seinen Tiefpunkt erreichte. Diese beiden Gegebenheiten sowie die Vorbildwirkung der N…

Ostseehandel

(1,095 words)

Author(s): Tielhof, Milja van | Prankel, Dieter
1. Überblick In der Nz. führten einige der am meisten befahrenen Seewege über die Ostsee ( Handelsräume). Ihre Anrainer lieferten Waren, an denen in Westeuropa grundsätzlich Mangel herrschte: Getreide, Bau-Holz, Baustoffe wie Teer und Pech, Flachs, Pottasche, Eisen und Kupfer (vgl. Osteuropäische Wirtschaft). Der Großteil des Getreides wurde von Danzig und anderen Häfen an der Ostsee-Südküste verschifft, während Kupfer und Eisen v. a. aus Schweden kamen sowie Bauholz und Baustoffe bei den Exporten aus Finnland und den Häfen an der Ostküste (Riga, Narwa) überwogen. …

Steuern

(4,809 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Prankel, Dieter | Troßbach, Werner
1. Begriff Im späten MA besaßen die städt. Kommunen (Stadt) in der Regel besser entwickelte Finanzsysteme als die Staaten ( Staatsfinanzen). Einige ital. Stadtstaaten entwickelten schon relativ früh ein fortschrittliches und ausgeklügeltes S.-Wesen. Die Kommune von Siena führte bereits zwischen 1168 und 1175 den alliramento als eine Form der Reichen-S. ein. Im 15. und 16. Jh. folgten allerdings immer mehr Flächenstaaten dem städt. Beispiel und begannen, selbst S. zu erheben. Man unterscheidet u. a. zwischen direkten und indirekten S. Die Bedeutung dieser Begriffe…

Magnetismus

(2,951 words)

Author(s): Jonkers, Art Roeland Theo | Steinle, Friedrich | Prankel, Dieter
1. Begriff Über die anziehende Wirkung des Magnetsteins (lat. magnes; engl. magnet oder lodestone; franz. aimant; ital. magnete) wurde schon in der Antike berichtet. Als im 12. Jh. auch die Nord-Süd-Ausrichtung von magnetisierten Eisennadeln in Europa bekannt wurde, erhielt der M. in Form des Kompasses erstmals eminente praktische Bedeutung. In der Antike häufig in einem Atemzug genannt, wurden in der Nz. M. und Elektrizität deutlich unterschieden. Erst durch die Entdeckung des Elektromagnetismus im 19. Jh. rückte ihre tatsächliche Verbindung in den Blick, und i…

Frauenarbeit

(1,673 words)

Author(s): van de Pol, Lotte | Prankel, Dieter
1. Begriff und Quellen In histor. Studien versteht man unter Arbeit in der Regel Berufs- oder Lohnarbeit, die eine Ausbildung voraussetzt (Berufsbildung) und lebenslange Identität stiftet. Diese auf das 19. Jh. zurückgehende Auffassung marginalisiert F. Außerdem wird übersehen, dass auch ein großer Teil der von Männern in der frühen Nz. verrichteten Arbeit nicht diesen Kriterien entsprach. Normativen Vorstellungen zufolge beschränkten sich die Tätigkeitsbereiche der Frauen auf Ehe, Haushalt und Mutterschaft (Mutter; Mütterlichkeit). Demnach gab es o…

Walfang

(1,144 words)

Author(s): Lesger, Clé | Prankel, Dieter
1. Allgemein Wal ist die übliche Bezeichnung für die Meeressäuger der Gattung Cetacea, die in zwei Gruppen zerfällt. Die Bartenwale ( Mysticeti) haben ein siebartiges Gebilde (Barten) im Mund, mit dem sie Plankton aus dem Meerwasser filtern. Die Zahnwale ( Odontoceti) ernähren sich von verschiedenen Tintenfischarten; zu ihnen gehören auch die Narwale, deren Stoßzähne in MA und Früher Nz. als vermeintlich von Einhörnern stammend gehandelt wurden. Bartenwale, insbes. der Grönlandwal ( Balaena mysticetus), die aufgrund ihrer Langsamkeit leicht zu erlegen sind, wurden f…

Karrieremigration

(1,192 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Begriff Bereits in der europ. Nz. waren Schlüsselinstitutionen wie der Staat, die Universitäten und die Kirchen auf hochspezialisierte »Migranten« angewiesen, die auf einem internationalen Markt rekrutiert wurden. Für die meisten von ihnen waren Ortswechsel eine unverzichtbare Voraussetzung ihrer Karriere; daher lässt sich diese spezifische Form der Migration als institutionelle K. bezeichnen. Abhängig von der jeweiligen Institution bedeutete die staatliche, universitäre oder kirchliche Laufbahn für die betroffenen Gelehrte…

Naturphilosophie

(3,426 words)

Author(s): Meinel, Christoph | Stengel, Friedemann | Evers, Dirk | Rueger, Alexander | Prankel, Dieter
1. Begriff und Forschungspositionen Der Begriff N. ist nicht eindeutig definiert. In der Frühen Nz. war er noch weitgehend gleichbedeutend mit einer allgemeinen Wissenschaft von der Natur, die zentraler Bestandteil der Philosophie war. In dem Maße, in dem das empirische Wissen als Prototyp sicheren (philosophischen) Wissens galt (Empirismus; s. u. 3.), wurde der Begriff N. sogar als Synonym für Experimentalphysik benutzt, wie dies z. B. an schott. Universitäten bis ins 20. Jh. der Fall war. Eine Begriffsgeschichte von N. ha…

Seekrieg

(1,007 words)

Author(s): Hattendorf, John | Prankel, Dieter
1. Entwicklung bis zum 17. Jahrhundert In der Nz. ging es bei Konflikten zur See v. a. um die Kontrolle des Zugangs zu Handelszentren, um die bewaffnete Präsenz in fremden Seegebieten und um den gewalttätigen Erwerb von Reichtum. Diese Ziele waren mit Offensiven gegen den Feind und mit defensiven Aktionen zur Wahrung eigener Interessen verbunden. Der Schwerpunkt verschob sich dabei seit dem 16. Jh. von Raub- und Beutezügen und privaten Konflikten hin zu einem staatszentrierten Monopol des S. Damit …

Südasiatische Religionen

(4,319 words)

Author(s): Sweetman, Will | Prankel, Dieter
1. Allgemein Die unterschiedlichen relig. Traditionen der südasiatischen Gesellschaften (im Gebiet der heutigen Staaten Bangladesch, Indien, Nepal, Pakistan und Sri Lanka) wurden im Europa der Frühen Nz. nicht als verschiedene R. verstanden; erst an deren Ende kamen Begriffe wie Hinduismus (um 1780) und Buddhismus (1801) in allgemeinen Gebrauch. Da der Buddhismus nach dem 12. Jh. fast völlig aus Indien verschwunden war, bezogen sich die meisten europ. Berichte auf seine in Ostasien beheimateten Formen (vgl. Ostasiatische Religionen). Obwohl der Jesuit Jean-François Pons…

Wissenssysteme, außereuropäische

(14,098 words)

Author(s): König, Hans-Joachim | Reichmuth, Stefan | Raina, Dhruv | Prankel, Dieter | Mittag, Achim | Et al.
1. Einleitung Die ab dem ausgehenden 18. und am Beginn des 19. Jh.s deutlich werdenden Ansätze zur Naturbeherrschung durch europ. Naturwissenschaft und Technologie und das damit einhergehende Überlegenheitsgefühl verstellten den Blick auf die Leistungen von außereurop. Zivilisationen (Weltwahrnehmungen) [2. 81 ff.]. Das betraf v. a. die Wahrnehmung von und Einstellung gegenüber den Ländern Asiens und dem Orient insgesamt (Orientalismus). Diese Weltregion hatte sich im 16. und 17. Jh. noch in einem – wenn auch labilen – polit. und wi…

Kaufmannsniederlassung

(899 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Begriff und Ausprägungen Güterbeförderung bedeutete in der Nz. automatisch auch für Menschen einen Ortswechsel (z. B. für Seeleute, Kaufleute) und folglich eine zeitlich befristete oder unbefristete Migration, u. a. zum Zweck des Handels [5. 19–29]. Vier Hauptformen sind zu unterscheiden: (1) Handelskontakte, bei denen die Kaufleute selbst kaum oder gar nicht reisten, sondern die Verbindung mit den Lieferanten, Kunden oder Bevollmächtigten durch Brief-Verkehr (Handelskorrespondenz; Fuggerzeitung) oder gelegentliche Besuche aufrech…

Marathenreich

(2,475 words)

Author(s): Deshpande, Prachi | Prankel, Dieter
1. Vorbemerkung Das M. entstand im 17. Jh. in der marathisprachigen Region des westl. Indien (dem heutigen Bundesstaat Maharashtra) und entwickelte sich im Lauf des 18. Jh.s zu einer einflussreichen Macht. Als einer der Hauptkontrahenten und Nachfolgestaaten des Mogulreichs spielte es eine Schlüsselrolle in Gesellschaft und Politik des nzl. Südasien. Zu Beginn des 19. Jh.s war es die stärkste Gegenkraft zur Konsolidierung der brit. Kolonialherrschaft auf dem ind. Subkontinent (British Empire), die von der engl. East India Company (= EIC; Ostindische Kompanien) erst nach…

Sklavenverschleppung

(1,021 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Allgemein Die Sklaverei (= Skl.) und die damit verbundene Verschleppung von Menschen auf dem Weg über Sklavenmärkte oder über den direkten Verkauf an Staaten oder Einzelkunden war im MA v. a. in Ost- und Südeuropa weit verbreitet [8]; [4]. Allerdings führte die kath. Kirche einen intensiven Kampf gegen die Skl. und verhinderte im 11. Jh. deren Ausweitung in Italien und Spanien (abgesehen von der Lösegeld-Skl. zwischen Muslimen und Christen). Dies änderte sich, als mit dem Anstieg der Lohnkosten zur Zeit der Pest im 14. Jh. genuesische Händler den riesigen Sklavenmarkt im Schwar…

Kopernikanische Wende

(1,497 words)

Author(s): Guicciardini, Niccolò | Prankel, Dieter
1. Allgemein Die Vorstellung, dass das heliozentrische (= hel.) astronomische System des Nikolaus Kopernikus (Heliozentrisches Weltbild) eine Revolution der Astronomie bzw. des kosmologischen Weltbilds bedeutet habe, ist ein im 18. Jh. entstandener historiographischer Topos. Er wurde von Astronomiehistorikern wie Jean-Sylvain Bailly und Wissenschaftshistorikern wie Etienne de Montucla geprägt, die im Auftauchen und in der Durchsetzung des kopernikanischen (= kop.) Systems einen fundamentalen Einschnitt und einen Durchbruch der aufgeklärten wiss. Vernunft sahen [3.…

Tier

(5,105 words)

Author(s): Smith, Justin E.H. | Prankel, Dieter | Eckart, Wolfgang Uwe | Sieglerschmidt, Jörn
1. Naturphilosophie 1.1. Abgrenzung zum Menschen Der Begriff des Tierischen wird in der Nz. häufig direkt oder indirekt mit dem des Menschlichen kontrastiert [10]. Anfänglich wurde er verwendet, um das Gebiet der philosophischen Anthropologie abzugrenzen ( Mensch, Menschheit); erst später bezeichnete »T.« die Studienobjekte der Zoologie. Diese anthropozentrische Perspektive findet sich deutlich etwa in den renaissancezeitlichen Druckausgaben von ma. Bestiarien, die alle bekannten T.-Arten aus der realen Welt und dem Reich von Phantasie und Fabel meist…

Wissensvisualisierung

(1,746 words)

Author(s): Kusukawa, Sachiko | Prankel, Dieter
1. Allgemein Das Unterfangen, durch die Untersuchung und Bestimmung von grundlegenden Strukturen der Natur wiss. Erkenntnisse zu gewinnen, umfasste in der Nz. verschiedene Methoden der Aufdeckung von Mustern, die im Alltagsleben oft nur schwer oder gar nicht sichtbar sind. Solche Methoden waren u. a. die bildliche Darstellung (Zeichnung, Aquarell, Ölgemälde), Plastik (Holz- oder Wachsmodelle), Graphik (Kartierung, Diagramme, Tabellen, Verlaufskurven) oder die Sammlung der Objekte selbst (u. a. anatomischer Präparate und konservierter Exemplare, z. B. in Herbarien). J…

Millenarismus

(3,361 words)

Author(s): Noack, Karoline | Rüther, Kirsten | ter Haar, Barend J. | Prankel, Dieter
1. Begriff und historischer Kontext Der jüd.-christl. Begriff M. geht etymologisch auf das Tausendjahr ( millen(n)ium) – auch Chiliasmus (von griech. chília, »tausend«) genannt – zurück. Er bezeichnet ein breites Spektrum an Heilserwartungen, die in der diesseitigen Welt anstatt im himmlischen Jenseits ihre Vollendung finden [2]. Der Idee von einem tausendjährigen Zwischenreich ohne Herrschaft des Bösen, wie sie in der Offenbarung des Johannes entwickelt wird, gingen at. Prophezeiungen voraus (z. B. Jes 24–27, 65; Dan 7–12; Hes 37–48). Verspr…

Kosmos

(4,015 words)

Author(s): Danielson, Dennis | Prankel, Dieter | Sieglerschmidt, Jörn
1. Kosmos und Ordnung »Die Griechen haben den Namen [K.] für das Weltall dem Begriff für Schmuck entliehen, wegen der Vielfalt der Elemente und der Schönheit der Sterne, … weil wir mit unseren sterblichen Augen nichts Schöneres wahrnehmen als das Weltall« ( Isidor von Sevilla, De mundo 13,1; um 600). So hat auch die Kosmologie (= Kl.), d. h. das Studium des K. (als Synonym für »Weltall« und »Welt« im umfassenden Sinn), der Nz. nicht nur den Bezug zur Physik und zur Astronomie beibehalten, sondern auch zu Vorstellungen von Ordnung, Verlässlichkeit, Eleganz und Schönheit. Im Gegens…

Lebensformen und sozialer Wandel

(8,408 words)

Author(s): Ehmer, Josef | Fahrmeir, Andreas | Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Einleitung Im Andenken an Edith Saurer, die den letzten Band der EdN nicht mehr erlebte. Schlägt man einen beliebigen Band der EdN auf, so kann man sich auf den ersten Seiten darüber informieren, wie die Arbeit an diesem Mammutprojekt organisiert war. Im Hintergrund – und für die Leser/innen einzelner Artikel nicht mehr erkennbar – steht die Gliederung in zehn »Fachgebiete« und fast einhundert »Teilgebiete«, die jeweils von Fach- bzw. Teilherausgeber/innen betreut wurden. Die zehn Fachgebiete sollten ihrem Anspruc…

Dämonologie

(1,097 words)

Author(s): Butler, Todd | Prankel, Dieter
1. Definition und Gegenstand Das griech. Wort daímōn bezeichnet ein übernatürliches Wesen; D. ist die Lehre davon. Der bedeutendste Theoretiker der D. der Renaissance war der Philosoph Marsilio Ficino ( De triplici vita, Florenz 1469; »Über das dreifache Leben«). Sein Interesse am Neuplatonismus (Platonismus) und anderen antiken philosophischen Richtungen prägte seine Vorstellung von Dämonen (= Dn.) als Wesen, die überirdische Kräfte vermitteln. Paracelsus und Henry Cornelius Agrippa ( De occulta philosophia, 1533) entwickelten Ficinos Ansätze weiter; durch die V…

Staatsbankrott

(1,276 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Prankel, Dieter
1. Gründe und Folgen In der Frühen Nz. hatte ein S. zur Folge, dass ein Staat seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte. Obwohl alle Staaten regelmäßig in Zahlungsschwierigkeiten gerieten, wird der Begriff S. in der Regel nur für Konstellationen verwendet, in denen der Staat die Zinsen für die Mehrheit seiner ausstehenden Kredite nicht mehr begleichen kann ( Staatskredit). Ein S. führt nicht notwendigerweise zur Auflösung des Staates; dieser ist lediglich nicht in der Lage, neue Kredite zu bezahlbaren Zinsen aufzunehmen, weil e…

Atomismus

(2,249 words)

Author(s): Johnson, Monte | Prankel, Dieter
1. Antike Vorlagen Der altgriech. Begriff á-tomos, von dem der Begriff Atom abgeleitet ist, bedeutet »unteilbar« oder »nicht zerschneidbar«. Im 5. Jh. v. Chr. arbeiteten die Vorsokratiker Leukipp und Demokrit eine atomistische (= atom.) Philosophie aus, die die Existenz von Atomen und leerem Raum als materielles Grundprinzip hinter allem Wandel postulierte. Diese Atome sind homogen und unterscheiden sich nur durch ihre geometrischen Eigenschaften (Größe und Gestalt) voneinander (und damit möglicherweise durch ihr Gewicht). Ihre natü…

Staatskredit

(2,185 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Prankel, Dieter
1. Allgemein Im 16. Jh. nahmen nur wenige Staaten langfristige Kredite auf. Erste bemerkenswerte Ausnahmen machten manche Stadtstaaten und Spanien; Venedig operierte allerdings schon im ausgehenden 12. Jh. mit einer Dauerverschuldung der öffentlichen Hand. Am Ende des 17. Jh.s war diese fast überall der Regelfall [4. 22–37]. Auch die Verschuldung Venedigs, die bis 1600 noch umsichtig unter Kontrolle gehalten wurde, schoss im 17. Jh. in die Höhe (1641: 8 Mio. Dukaten; 1740: über 50 Mio.). In den »Domänenstaaten« hatte man lediglich kurzfristige Kredite aufgenommen…

Russlandhandel

(1,357 words)

Author(s): Veluwenkamp, Jan Willem | Prankel, Dieter
1. Der Handel nach Westen In MA und Nz. umfasste der R. hauptsächlich Transaktionen von westeurop. Ländern mit Russland, d. h. ab dem 12. Jh. mit dem Fürstentum Nowgorod, dann seit dem 16. Jh. mit dem Fürstentum Moskau und schließlich im 18. und 19. Jh. mit dem zaristischen Russland ( Russländisches Reich). Vom 12. bis zum 16. Jh. trieben Kaufleute der Hanse Handel mit Nowgorod. Lange führte Russland v. a. Pelze und Wachs aus; im 15. Jh. kamen Hanf, Flachs und Talg hinzu (vgl. Osteuropäische Wirtschaft 2.1.). Der Niedergang des Handels in Nowgorod setzte 1581 durch die…

Methodisten

(863 words)

Author(s): O’Malley, Steve | Prankel, Dieter
1. Entstehung in Großbritannien Methodismus (= Ms.) bezeichnet eine Gruppe von Evangelischen Kirchen, die heute mit ca. 35 Millionen festen Mitgliedern (und 70 Millionen »Freunden«) zu den größten weltweit zählt. Der (zunächst als Spottname gebrauchte) Begriff leitet sich von der strengen Disziplin »methodischer« geistlicher Rechenschaft her. Der Ms. war der Kulminationspunkt verschiedener im europ. Pietismus wurzelnder religiöser Strömungen, die im 18. Jh. eine laizistische Erweckungsbewegung ( First Great Awakening ) innerhalb der Kirche von England beeinflu…

Staatsbank

(1,385 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Prankel, Dieter
1. Definition und Anfänge in Amsterdam Eine S. oder Zentralbank kann verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Heutzutage reguliert sie normalerweise die Geldpolitik eines Landes, schafft die Zahlungsmittel, fungiert als »letzte Refinanzierungsstelle« für andere Banken und besitzt die allgemeine Aufsichtsbefugnis über den Finanzsektor. In der Nz. nahm keine der öffentlichen Banken all diese Funktionen gleichzeitig wahr, und schon gar nicht in dem heute üblichen Ausmaß. Dennoch hatte die Etablierung gewisser Finanzinstitutionen im Mittelmeerraum, wie z. B. der Taula de Canvi in …

Reformation

(11,304 words)

Author(s): Wendebourg, Dorothea | Schilling, Johannes | Strohm, Christoph | Null, John Ashley | Prankel, Dieter | Et al.
1. Historischer Überblick 1.1. Begriff und neuzeitliche Deutung R. (von lat. reformatio, ›Wiederherstellung‹, ›Umgestaltung‹) ist seit der Mitte des 19. Jh.s spezieller Terminus für die eine Seite jener Vorgänge, durch die im 16. Jh. die westl. Christenheit in mehrere einander antagonistische Konfessionskirchen auseinandertrat; sein Antonym, welches die andere Seite bezeichnet, ist Gegen-R. Zuvor hatte der Begriff die allgemeine Bedeutung von Reform. So begegnet reformatio bzw. die zugrundeliegende verbale Form reformare in den kirchl. und polit. Reformbewegungen…

Kompass

(1,106 words)

Author(s): Jonkers, Art Roeland Theo | Prankel, Dieter
1. Begriff Im modernen Verständnis gilt jede Vorrichtung als K., die die Himmelsrichtung anzeigt. Bis ins späte 19. Jh. waren dies Geräte, die sich am Magnetfeld der Erde ausrichteten ( Magnetismus): z. B. Magnetnadeln, die frei an einem Draht hingen, durch einen auf dem Wasser schwimmenden Strohhalm gesteckt waren oder auf einer Zapfenspitze in einem Behälter frei auflagen. Eisenreiche, dauerhaft magnetisierte Mineralien (meist Magnetstein genannt) waren weithin verfügbar, und in vielen Ländern (wie China, Griechenland, It…

Mobilität

(5,889 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Einleitung 1.1. Forschungsgeschichte Bis in die 1980er Jahre stieß das Thema der geographischen M. in der histor. Nz.-Forschung auf wenig Interesse. Man ging davon aus, dass die Gesellschaften vor 1800 räumlich einigermaßen stabil und Migrationen (= Mig.) Ausnahmen waren. Nur wenn Menschen keine andere Möglichkeit hatten, also im Krieg, bei Hungerkrisen, Naturkatastrophen oder schwerer politischer bzw. religiöser Unterdrückung, seien sie mobil gewesen. Dies erklärt, warum Glaubensflüchtlinge wie die Hugenotten und die iber. …

Materie

(2,080 words)

Author(s): Snyder, James G. | Prankel, Dieter | Meinel, Christoph
1. Begriff Bis in die Nz. entwickelten sich Theorien der M. aus weiter ausgreifenden Theorien der Substanz. Bei Überlegungen zu den grundlegenden Entitäten der Wirklichkeit hatten schon die Philosophen der Antike Fragen nach dem unveränderlichen Träger wechselnder Eigenschaften und sich verändernder Substanzen gestellt sowie darüber reflektiert, was (wenn überhaupt etwas) man darüber wissen könne. Die Vorstellung von der M. als der Grundlage der Dinge spiegelt sich in dem griech. Wort hýlē (lat. materia): Wörtlich bedeutet es das Holz eines Baumes, das Material, aus…

Sklavenmarkt

(1,116 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Marktzentren Die Sklaverei und damit auch das Phänomen der S. waren in der europ. Nz. weit verbreitet, v. a. in Süd- und Südosteuropa noch bis ins 19. Jh. [2]. Eine große Zahl von Sklavenverschleppungen nach und aus Europa wurde über Märkte in Zentralasien ( Karakorum, Sarai, Nowgorod) abgewickelt. Im Folgenden geht es aber vorwiegend um die S. innerhalb Europas (zur globalen Interaktion vgl. Sklaverei). Im Südwesten war Lagos an der portug. Algarve der erste Umschlagplatz, an dem ab 1444 westafrikan. Sklaven aus Guinea, Benin und später aus dem Kongo an portug. Kunden verkau…
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