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Dialógus inter Salomonen! et Marcolphum

(134 words)

Author(s): S. Corsten
Das im 15. Jh. häufig gedruckte Werk ist in dieser Fassung im 12. Jh. entstanden, geht aber in seinem Kern auf ältere talmudische und byzantinische Quellen zurück. Es parodiert die für gelehrte Auseinandersetzungen im MA sehr geschätzte Form des Dialogs und berichtet von der Auseinandersetzung zwischen Salomon und dem ungestalten Markolf, bei der die bäuerliche Pfiffigkeit des letzteren den Sieg über den ob seiner Weisheit sprichwörtlich gewordenen König davonträgt. Der Dialog liegt in 27 lat. I…

Humery, Konrad

(306 words)

Author(s): S. Corsten
*um 1405 in Mainz(?), † um 1472 ebd., Jurist und Syndikus von Mainz. Nach Studien in Erfurt, Köln und Bologna (1421–ca. 1430) erwarb er den Grad eines doctor decretorum. Er wird in der Vereinbarung über die Steuerfreiheit der Geistlichkeit von 1435 («Pfaffenrachtung») zum ersten Mal als Syndikus der Stadt erwähnt. H. stand 1444 an der Spitze der «Zwanzig», die mit Unterstützung der Zünfte die Absetzung des Rates durchsetzten, und trat als Kanzler an die Spitze des neuen Rates, ln der Mainzer Bis…

Janszoon van Woerden, Hugo

(101 words)

Author(s): S. Corsten
seit 1494 in Leiden als Buchdrucker und Buchhändler nachgewiesen; vielleicht war er auch als Holzschneider tätig. J. brachte vor allem volkstümliche Andachtslit. heraus. 1506–1519 führte er ein unstetes Wanderleben, das ihn nach Haarlem(?), Amsterdam, 's-Hertogenbosch(?), Delft und Den Haag führte. Er druckte seit 1496 mit einer Type, die Henrick de Lettersnider geliefert hatte. Während seiner Tätigkeit in Leiden führte er das Leidener Stadtwappen in seiner Druckermarke. S. Corsten Bibliography Kronenberg, M. E. in: Nieuw Nederlandsch biografisch Woordenboek. Deel …

Bandangabe

(103 words)

Author(s): S. Corsten
Bei der Titelaufnahme ist eine B. zu machen, wenn ein Werk aus mehreren, bibliographisch machen, wenn ein Werk aus mehreren, bibliographisch selbständigen Teilen besteht. Die B. setzt sich aus Band-selbstandigen Teilen besteht. Die B. setzt sich aus Band-benennung (RAK: Bandbezeichnung) und Bandzählung benennung (RAK: Bandbezeichnung) und Bandzahlung zusammen; sie kann mehrstufig gegliedert sein und er-zusammen; sie kann mehrstufig gegliedert sein und er-scheint in der Regel als letzte Angabe vo…

Deleatur

(70 words)

Author(s): S. Corsten
(lat. für «ist zu tilgen»). Anordnung des Korrektors an den Setzer, überflüssige Buchstaben oder Wörter zu beseitigen. Das dafür verwendete Zeichen, ein kleines d mit großem Abstrich, kommt bereits auf Korrekturblättern der Inkunabelzeit (z. B. bei Schöffer und Ratdolt) vor. Korrekturzeichen S. Corsten Bibliography Wehmer C.: Ein frühes Korrekturblatt aus der Schöfferschen Offizin. In: Gut.-Jb. 1932, S. 118–122 Knaus H.: Über Verlegereinbände bei Schöffer. In: Gut.-Jb. 1938, $. 97–108

Wolff, Jakob

(123 words)

Author(s): S. Corsten †
wegen seiner Herkunft aus Pforzheim meist Jacobus de Phorzen genannt, * zwischen 10. 2. und 2. 4. 1519, seit 1481 in Basel nachweisbarer Buchhändler und Drucker. W. unterhielt geschäftliche Beziehungen zu Johann Amerbach, Adam Speyer und Jakob von Kir-chen. Für letzteren druckte er ein «Breviarium fratrum Praedicatorum» (GW 5224), das 1492 fertig wurde. Dieses Brevier und ein zweites von 1493 (GW 5165) markieren den Beginn seines Wirkens als Drucker. Bis 1497 legte er aber noch einmal eine mehrj…

Hauptsachtitel

(53 words)

Author(s): S. Corsten
nennen die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) den «vorhegenden», d.h. den der Vorlage entnommenen Sachtitel. Im allg. wird unter bzw. mit ihm die Haupteintragung gemacht. Das gilt, bweichend von älteren Gepflogenheiten, auch von Ubers, und Sammlungen. S. Corsten Bibliography Regeln für alphabetische Katalogisierung. Bd. 1. Wiesbaden 1983, S. xxvIII, 228–229, 281–286.

Formatmachen

(128 words)

Author(s): S. Corsten
Unter F. versteht der Drucker die Plazierung der Kolumnen und die richtige Wahl und Anordnung der Stege in der Druckform. Das muß so geschehen, daß im ausgedruckten und zur Lage gefalteten Bogen die Seiten in der vorgeschriebenen Reihenfolge und in gleichmäßiger Position zu stehen kommen. Weil das bei einem mehrfach umbrochenen Bogen recht kompliziert sein kann, ist das F. vonjehcr als eine hohe Kunst angesehen und in den Lehrbüchern des Buchdrucks eingehend behandelt worden, so z. B. schon in d…

Speyer (Spira), Wendelin von

(200 words)

Author(s): S. Corsten
(Vendelinus de), 1470 bis 1477 in Venedig tätiger dt. Drucker. S. folgte 1470 seinem verstorbenen Bruder Johannes von Speyer nach und brachte anfangs eine beträchtliche Anzahl von Drucken – meist antike Autoren und juristische Fachlit. – heraus (1470: neun datierte Titel, 1471: fünf und 1472: 13). In den folgenden Jahren ließ die Produktion, wohl wegen der wachsenden Konkurrenz (u. a. Nicolas Jenson), stark nach, für 1475 ist überhaupt kein Titel aus seiner Offizin gesichert. (Die 27 undatierten…

Gutenberg, Johannes

(2,512 words)

Author(s): S. Corsten
Gensfleisch zur Laden gen., * um 1400 wohl in Mainz, † 3. 2. 1468 ebd., Erfinder des Buchdrucks (Buchdruckverfahren). 1. Forschung. Die wiss. Beschäftigung mit G. wurde 1640 begonnen, als der Domdechant von Münster (Westfalen) B. von Mallinckrodt (1591–1664) die niederl. Ansprüche, daß L. J. Coster von Haarlem als Erfinder der Buchdruckerkunst zu gelten habe, zurückwies. Mallinckrodts Buch erschien nicht von ungefähr zum 200. Jahrestag der Erfindung des Buchdrucks, die man im Anschluß an die Koelhoffsche Chronik von…

Ochsenkopf

(131 words)

Author(s): S. Corsten
Der O. kommt als Wasserzeichen überaus häufig und in vielen Varianten vor. Das maßgebliche Werk von G. Piccard verzeichnet für 1327— 1660 die Zahl von 3393 O.-Typen, die nach 16 Abt. klassifiziert sind. Erklärt wird das Zeichen als Symbol des Evangelisten Lukas, des Patrons der Maler. Neuerdings sieht man darin auch ein Qualitätszeichen, das die höchste Güteklasse ausweist (so auch bei den Erzeugnissen anderer ma. Gewerbe). Für diese Deutung spricht, daß in der Gutenberg–Bibel (Bibel mit 42 Zeil…

Tegernsee

(382 words)

Author(s): S. Corsten
Das nach der örtlichen Tradition von 746 oder 765 am gleichnamigen See gegr. Kloster nahm unter den bayerischen Abteien den ersten Rang ein. Die dort aufbewahrten Reliquien des hl. Quirinus machten die Gründung alsbald zu einem religiösen Mittelpunkt. Die sog. Säkularisation des bayerischen Herzogs (um 925) fügte dem Kloster großen Schaden zu. Unter Kaiser Otto I. kam es aber 978 zu einer Neugründung. Mönche der Abtei St. Maximin in Trier brachten 978 die Gorzer Reform nach T., die dem geistig-g…

Pfister, Albrecht

(311 words)

Author(s): S. Corsten
† vor 13.4. 1466 in Bamberg (?), Buchdrucker (?) und Verleger, im Dienste der Bistumsverwaltung von Bamberg stehender Kleriker. Mit P.s Namen bezeichnet sind zwei dt.sprachige Drucke in der Type der Bibel mit 36 Zeilen (B36): Die «Vier Historien» (H 8749, «nicht lang nach Walpurgentag» [= 1. Mai] 1462) und der «Belial» des Jacobus de Theramo (C 5785). Andere Schriften, überwiegend ebenfalls in dt. Sprache, werden P. anhand des Typenvergleichs zugewiesen. Darunter befindet sich «Der Ackermann von…

Septem Arboribus Prutenus, Martinus

(124 words)

Author(s): S. Corsten
aus dem Deutschordensland Preußen stammender dt. Drucker, der zus. mit Bartholomaeus de Valdezoccho 1472–1473 in Padua arbeitete. Die früher irrtümlich als die Erstdrucker der Stadt angesehenen Genossen brachten am 21. 3. 1472 die Erstausg. von Boccaccios «Fiametta» (GW 4456) heraus. Ihr letzter datierter Druck, des Paulus Marocenus «De aeterna temporalique Christi generatione» (H 10924), ist vom 28. 4. 1473. Sie verwendeten zwei Antiqua-Schriften, die später leicht verändert in Venedig auftauchten. S. Corsten Bibliography Rhodes, D. E.: Rettifiche e aggiunte alla stor…

Fliegenkopf

(118 words)

Author(s): S. Cörsten
heißt in der alten Druckersprache der Abdruck einer verkehrt in den Satz eingefügten Letter, bei der nicht das Schriftbild, sondern der Fuß nach oben zu stehen kommt. Die dabei zustandekommenden schwarzen Flecke kann man bei einiger Phantasie mit dem Kopf der Stubenfliege vergleichen. Beim Handsatz wurden Stellen, für die es an den benötigten Typenformen mangelte oder die aus anderen Gründen (z. B. Unleserlichkeit des Manuskripts) noch nicht gesetzt werden konnten, durch F.e markiert, um sie spä…

Faszikel (von lat. «fasciculus» = kleines Bündel)

(106 words)

Author(s): S. Corsten
Der F. kommt vereinzelt in älteren mehrbändigen Werken, meist in der lat. Form, als Bandbezeichnung vor. Unter F. können auch die einzelnen Teile von Lieferungswerken verstanden werden. Die Archivare verwenden den Ausdruck für eine nicht genau umschriebene Aktenmenge, die durch einen Umschlag oder Heftung zusammengefaßt ist. Die Archivtheorie lehnt die Bezeichnung wegen ihrer mangelnden Präzision ab, muß aber einräumen, daß sie von zäher Lebenskraft und deshalb nicht zu eliminieren ist. Lieferung S. Corsten Bibliography Meisner, H. O.: Urkunden- und Aktenlehre der Neuze…

Spieß, Johann

(174 words)

Author(s): S. Corsten
*um 1550 (?) in Oberursel, † (beerdigt) 21. 2. 1623 in Gera, dt. Drucker. S. war zunächst als Setzer in seiner Heimatstadt tätig, ließ sich dann aber in Frankfurt a. M. nieder, wo er am 20. 8. 1572 den Bürgereid ablegte. Nach einem Intermezzo in Heidelberg (1582 bis 1585) erwarb er 1586 ein stattliches Anwesen im Frankfurter Buchhandelsviertel. Die Meßkat. verzeichnen j. an die 20 Neuerscheinungen aus seiner Werkstatt. Seit 1605 gingen seine Aktivitäten zurück. Mit dem Verkauf seiner drei Presse…

Beigebundene Schrift

(63 words)

Author(s): S. Corsten
Die b. (auch; angebundene) S. ist ein inhaltlich und bibliographisch selbständiges Werk, das vom Eigentümer mit einer anderen Schrift zusammengebunden worden ist. Besteht ein Buchbinderband aus drei und mehr inhaltlich und bibliographisch selbständigen Schriften, spricht man von einem Sammelband. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der Preußischen Bibliotheken. Wiesbaden 1955 (u. öfter), S. 26.

Mülen (Mylius), Laurentius von der

(167 words)

Author(s): S. Corsten
als Buchdrucker tätig 1539—1553. M. betrieb zunächst eine Offizin in Köln (vier Drucke bekannt), im April 1543 siedelte er nach Bonn über. Hier trat er in die Dienste von Erzbischof Hermann von Wied, dessen Reformationsversuch namhafte Vertreter der neuen Lehre an den Hof des Kurfürsten führte. M. druckte die Streitschriften M. Bucers, P. Melanchthons und anderer, aber auch die Programmschrift «Einfaltigs Bedencken» (1543, 2. Aufl. 1544), mit der Erzbischof Hermann seine Vorstellungen von einer …

Tabula gratulatoria

(50 words)

Author(s): S. Corsten
Einer Festschrift ist mitunter eine T. beigegeben. Sie nennt die Namen der Personen, welche dem Geehrten ihre Glückwünsche zum festlichen Anlaß darbieten. Die in Frage kommenden Fachgenossen und Freunde werden rechtzeitig um Mitwirkung angeschrieben. Bei dieser Gelegenheit bietet der Verlag die Subskription des Bandes an. S. Corsten

Tronnier, Adolph

(88 words)

Author(s): S. Corsten
* 20. 5. 1875 in Meine (Hannover), † 31. 10. 1962 in Mainz, dt. Bibliothekar und Buchforscher. T. promovierte 1904 an der Univ. Göttingen mit einer Diss. über «Die Lübecker Buchill. des 15. Jh.s». 1903 fand er eine Anstellung an der StB Mainz, wo er bis 1935 insbes. für das 1900 gegr. Gutenberg-Museum tätig war. Seine wiss. Arbeiten sind der Erfindung des Buchdrucks gewidmet. S. Corsten Bibliography Ruppel, A.: 50 Jahre im Dienste Gutenbergs. In: Gut.-Jb. 1953, S. 221–222 Habermann / Klemm / Siefkes S. 355–356

Helmaspergersches Notariatsinstrument

(421 words)

Author(s): S. Corsten
Am 5. II. 1455 beurkundete Notar Ulrich Helmasperger, daß der Mainzer Bürger Johann Fust im Barfußerkloster gemäß der ihm vom Gericht gemachten Auflage folgendes durch Eidesleistung bekräftigt habe: Er habe Gutenberg eine Summe von 1550 Gulden überlassen, die er selbst habe leihen und zu 6% verzinsen müssen. Was davon nicht auf das «werck zu irer beider nocz» gegangen sei, betrachte er als Darlehen und fordere es mit Zinsen zurück. Die Urkunde referiert kurz den ersten Klagepunkt Fusts und die E…

Catalogue of Books printed in the fifteenth Century now in the British Museum (BMC)

(227 words)

Author(s): S. Corsten
Von dem Inkunabelkat. der Bibl, des Britischen Museums (seit 1972: British Library/Department of Printed Books) sind bis heute (1987) elf Bde. ersch. (P. 1 — 3, bearb. von A. W. Pollard; P. 4—8, bearb. von V. Scholderer; P. 9, 10, bearb. von G. D. Painter: 1908 — 1971; P. 12, bearb. von D. E. Rhodes: 1985). Der BMC baut auf dem Index von R.] Proctor auf und ist konsequent druckgeschichtlich angelegt. Die ersten Bde. (P. 1 — 3) berücksichtigen die dt. Druckorte, die Österreichs einschl. Ungarns u…

Gelthus(s) zum Echtzeier Arnold

(145 words)

Author(s): S. Corsten
um die Mitte des 15. Jh.s lebender Einwohner von Mainz und «Vetter» von Johannes Gutenberg. (Der Verwandtschaftsgrad ist nicht einwandfrei festzustellen.) G. vermittelte dem Erfinder am 17. 10. 1448 ein Darlehen von 150 Gulden zu einem Zinssatz von 5 % und setzte Einkünfte aus fünf in Mainz gelegenen Häusern zum Unterpfand. Die über das Rechtsgeschäft ausgefertigte Urkunde liegt in einer Bestätigung («Vidimus») des Mainzer Stadtgerichts vom 23. 8. 1503 vor und bezeugt die Rückkehr Gutenbergs in seine Vaterstadt, nachdem er bis zum 12. 3. 1444 zumindest in Straßburg gelebt hatte. S. C…

Werstat (Wörrstadt), Nikolaus von

(165 words)

Author(s): S. Corsten †
Stadtschreiber von Mainz. Als Vertreter der Zünfte spielte W. in den inner-städtischen Wirren 1428/1429 eine führende Rolle. Ihm wurde die hohe Verschuldung der Stadt und der Auszug der Patrizier vor allem angelastet. Als er 1434 nach Straß-burg kam, ließ ihn Johannes Gutenberg wegen ausstehender Rentenzahlungen in den Schuldturm werfen. Als Bürger von Mainz mußte er für die Schulden der Stadt einstehen. W. schwur, die inzwischen angefallenen Renten in Höhe von 310 Gulden aus eigener Tasche zu b…

Siber (Syber, Cyber), Johann

(227 words)

Author(s): S. Corsten
*um 1445 in Nördlingen, † 1504 in Lyon, dt. Drucker und Buchhändler. S. wurde 1462 an der Univ. Freiburg immatrikuliert und lernte den Buchdruck in Basel. 1475–1477 soll er bei Erhard Ratdolt in Venedig als Geselle gearbeitet haben. Zus. mit Martin Huß brachte er 1478 in Lyon zwei medizinische Werke heraus: «Opera» des Johannes Mesuë (C 4007) und «Pandectae medicinarum» von Matthaeus Silvaticus (H 15197). S. machte sich dann selbständig und zeichnete sich durch ein anspruchsvolles Verlagsprogram…

Einzelwerk

(126 words)

Author(s): S. Corsten
Unter E. versteht die Terminologie der Titelaufnahme «eine in sich abgeschlossene geistige Schöpfung, die zur zusammenhängenden Veröff. vorgesehen war» (RAK-WB § 4). Es können aber auch einzelne Briefe und Dokumente, die ursprünglich nicht zur Veröff. bestimmt waren, ein E. bilden. Die älteren Regelwerke betrachten eine von einem bzw. zwei oder drei Verf. in gemeinsamer Arbeit verfaßte Schrift als E. Sie rechnen auch «Sammlungen von bereits vorhandenen, aber verstreutem Schriftgut» (z. B. von Ge…

Kupfertitel

(411 words)

Author(s): S. Corsten
ist ein ganz oder überwiegend in Kupferstich ausgeführtes Titelbl.; er war bis ins 18.Jh. hinein bes. beliebt und stellt eine Spielart des Bildertitels dar. Wurden die Titelangaben (Verf., Sachtitel, Erscheinungsvermerk usw.) typographisch gesetzt, konnte der K. mehrfach verwendet werden. Ganz als Kupferstich ausgeführte K. waren dagegen immer nur für ein einzelnes Werk bestimmt, sie haben daher auch häufig im Bilderschmuck Anspielungen und Hinweise auf den Inhalt. Wurde zu einem typographisch g…

Divis

(74 words)

Author(s): S. Corsten
veraltet für Teilungszeichen, Bindestrich. Ein D. wird gesetzt, wenn ein Wort am Ende der Zeile getrennt werden muß. Es «koppelt» außerdem als Bindestrich die Teile eines Kompositums miteinander und wird schließlich auch in Nachschlagewerken und Registern angewendet, um die dauernde Wiederholung eines Wortes oder Wortteiles zu vermeiden. Das D. kommt in alten Drucken auch als «doppelt» (-) vor. S. Corsten Bibliography Neubürger, H.: Encyklopädie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND Leipzig 1984), S. 57.

Ungar, Karel Rafael

(114 words)

Author(s): S. Corsten
(1744–1807), tschechischer Bibliothekar und Buchwissenschaftler. U. übernahm 1779 die Leitung der zwei Jahre vorher gegr. Öffentlichen und UB Prag, der heutigen NB. Er wirkte dort bis zu seinem Tode und schuf die Grundlagen für die führende Rolle der Bibliothek. Als Wissenschaftler befaßte er sich mit Studien zur Gesch. des Buchdrucks in Böhmen. Ungarische Bilderchronik. Vor 1370. 303 × 210 mm. Budapest, SNB Clmae 404. S. Corsten Bibliography Handb. der Bibliothekswissenschaft. 2. Aufl. Bd. 3. Wiesbaden 1957, S. 885 Kabrt, J.:Kvýznamu Karla Rafaela Ungara ve vývoji české b…

Hain, Ludwig

(444 words)

Author(s): S. Corsten
* 5. 7. 1781 in Stargard/Pommern, † 27. 6. 1836 in München, dt. Privatgelehrter und Bibliograph. Nach Studium der klassischen und orientalischen Sprachen in Halle und Aufenthalten in Weimar (1802 bis 1805) und Leipzig (1805–1812) trat H. in die ienste des Brockhaus-Verlages (Altenburg/Thüringen), wo er schließlich zum Hauptredaktor des «Conversationslexikons» aufstieg. Er unterhielt auch Beziehungen zu F. A. Ebert und J. S. Ersch. Aus nicht völlig durchsichtigen Gründen ging H. 1820 nach Wien, w…

Typographus

(81 words)

Author(s): S. Corsten
ist eine aus dem Griech. entlehnte neulat. Bezeichnung für den Buchdrucker, deren früheste Verwendung für 1488 in Mailand festgestellt wurde. Das in der Gelehrtensprache bis heute übliche Wort wurde von etlichen europäischen Sprachen übernommen (dt. «Typograph»). Typographia für Buchdruckerkunst ist zuerst 1510 belegt. S. Corsten Bibliography Widmann, H.: Die Übernahme antiker Fachausdrücke in die Sprache des Frühdrucks. In: Antike und Abendland 20. 1974, S. 179–190 Wolf, L.: Terminologische Untersuchungen zur Einführung des Buchdrucks im franz. Sprachgebiet. …

Herbort, Johann

(220 words)

Author(s): S. Corsten
nannte sich auch Johannes Magnus bzw. Grandis, † 8. 10. 1484 in Venedig, aus Seligenstadt am Main stammender dt. Drucker. Seit 1474 in Padua tätig, wo er am 11. 8. dieses Jahres zum Bevollmächtigten des Typographen Konrad von Paderborn bestellt wurde. H. brachte nur wenige, aber meist sehr umfangreiche medizinische und juristische Werke heraus. Bei der sich lange hinziehenden Drucklegung des «Speculum iudiciale» von G. Duranti (GW 9154) kam es zu Streitigkeiten. Auf Veranlassung der Verlagsges. …

Birckmann, Franz

(204 words)

Author(s): S. Corsten
† 1530 in Köln, stammte aus Hinsbeck am Niederrhein. Seit 1504 ist er als Buchhändler und Verleger nachweisbar. Zus. mit seinem Bruder Arnold († 1541/1542) erwarb er in Köln 1511 das Geschäftshaus «Zur fetten Henne», das der sich bald entwickelnden Buchhandelsstraße « Unterfettenhennen » den Namen gab. B. hatte in Antwerpen und London Niederlassungen und pflegte geschäftliche Beziehungen mit Unternehmen in Paris und Basel. In Köln begründete er 1526 auch eine Druckerei, gleichzeitig nahm er die …

Wirtzburg, Heinrich

(150 words)

Author(s): S. Corsten †
aus Vach bei Fürth stammender dt. Geistlicher und Drucker, der zus. mit Adam Steinschaber am 25. 10. 1479 in Genf ein Kalendarium für das kommende Jh. auf den Markt brachte. Das Buch weist als erster franz. Druck ein Signet (Initialen H. W. in einem Doppelkreis) auf. W. wandte sich kurz darauf nach Rougemont (im heutigen schweizerischen Kanton Waadt), wo er in das zu Cluny gehörende Priorat eintrat. Hier veröff. er eine von ihm ergänzte Ausg. des «Fasciculus temporum» von Werner Rolevinck (HC 6930: 1481). S. Corsten † Bibliography Meyer, W. J.: Die franz. Drucker- und Verlegerzeichen…

Trevi

(94 words)

Author(s): S. Corsten
Stadt in Umbrien. Gefördert durch einen in T. ansässigen Gelehrten druckte der aus Eningen (Diözese Konstanz) stammende Johannes Reinhard hier 1470 / 1471 zwei Werke: «Historia quomodo S. Franciscus petivit indulgentias pro ecclesia S. Mariae de Angelis» (H 7336) und den Kommentar des berühmten Juristen Bartolus de Saxoferrato «Super prima parte Infortiati» (GW 3612). Reinhard verließ die Stadt bald wieder und ist seit 1473 in Rom nachweisbar. S. Corsten Bibliography Valenti, T.: La tipografia di T. e i suoi incunaboli. In: Accademie e Biblioteche 6. 1933, S. 529–548 Geldner Bd. 2,…

Inkunabelpreise

(316 words)

Author(s): S. Corsten
1. Über die Preise der Ink. zur Zeit ihrer Entstehung geben Eintragungen in manchen Ex. («Kaufvermerke») wie auch vereinzelt erhaltene Preislisten, vertragliche Abmachungen und andere zeitgenössische Quellen Auskunft. Die Auswertung dieser Angaben setzt aber Fingerspitzengefühl und gründliche Kenntnisse der komplizierten Währungsverhältnisse voraus. Moderne Inkunabelkat. geben Kaufvermerke meist wörtlich wieder und erschließen damit viel bisher unbekanntes Material. Seit langem schon bekannt sind List…

Teil

(67 words)

Author(s): S. Corsten
kann als Bezeichnung für die bibliographisch-selbständige Einheit eines mehrbändigen Werkes vorkommen und gehört nach den dt. Regeln für die alphabetische Katalogisierung zur Bandangabe, wo sie als Benennung (PI) oder Bandbezeichnung (RAK) vor der Zäh-lung erscheint. In einfachen Fällen kann sie ganz wegfallen, muß jedoch bei parallel verlaufenden Zählungen wie bei mehrstufig gegliederten Werken – ohne Abk. – übernommen werden (RAK-WB § 168, 1). S. Corsten

Pergamentdrucke

(471 words)

Author(s): S. Corsten
Die Erfindung des Buchdrucks hätte das Papier als verhältnismäßig billiger und in ausreichender Kanzleien und Schreibstuben allg. üblich gewesen. Dennoch wurde lange Zeit auch noch auf Pergament gedruckt. In der Anfangszeit des Buchdrucks dürften die P. von dem Bestreben der Typographen Zeugnis ablegen, die neue Kunst als gleichwertig den überkommenen Techniken gegenüber auszuweisen. Von vielen großen Werken der Inkunabelzeit sind daher neben der überwiegenden Zahl von Papierex. auch etliche auf…

Inkunabelforschung

(1,611 words)

Author(s): S. Corsten
1. Allgemeines. Die I. ist auf das gedr. Buch des 15. Jh.s spezialisierte Buchforschung. Die Inkunabel war im Formalen zunächst noch ganz der ma. Buchhs. verpflichtet. Die neuartige Technik brachte dann aber bald einen Entwicklungsprozeß in Gang, der sich z. B. in der Ausmerzung der vielen Abkürzungen und Ligaturen manifestiert und in das uns vertraute Erscheinungsbild des modernen Buches einmündete. Der Übergangscharakter der Ink. rechtfertigt einen eigenen Zweig der Buchwissenschaft, der mit bes…

Gesellschaft für Typenkunde des 15. Jahrhunderts (GfT)

(146 words)

Author(s): S. Corsten
Die GfT wurde 1906 zur Förderung der Inkunabelforschung und der Arbeit am Gesamtkat. der Wiegendrucke gegr., den Vorsitz übernahm der schwed. Bibliothekar I. Collijn (1875–1949). 1907 begannen die «Veröffentlichungen» der GfT zu erscheinen, die auf großformatigen Taf. zusätzlich zu K. Haeblers «Typenrepertorium» Anschauungsmaterial liefern. Bis 1939/1941 erschienen 2460 Taf. in 33 Bänden. Ziel des Unternehmens war, von jeder Druckletter des 15. Jh.s eine Probeseite und ein Typenalphabet in Origi…

Erscheinungsvermerk

(150 words)

Author(s): S. Corsten
Nach den Regelwerken für die Titelaufnahme versteht man unter E. auf dem Titelbl. oder an anderen Stellen des Buches befindliche Angaben über den Erscheinungsort (d.i. Veröffentlichungsort, Sitz des Verlages bzw. ersatzweise der Druckort), den (oder die) Verleger bzw. Drucker und die Zeit des Erscheinens. In der Titelaufnahme wird der E. unabhängig von der Vorlage in fester Formel wiedergegeben. Die Regelwerke sehen darum für die Abwandlung der Vorlagenformen detaillierte Bestimmungen vor. Der B…

Tortis, Baptista de

(116 words)

Author(s): S. Corsten
1481–1536 in Venedig tätiger Druckerverleger, zu dessen ungewöhnlich großer Produktion vor allem Klassikerausg. sowie umfangreiche juristische Handb. gehören. Hochangesehen unter den Fachgenossen wurde er häufig – auch mit falschem Impressum – nachgedruckt. Seine Druckermarke zeigt die Weltkugel, überragt von einem Doppelkreuz, in der oberen Hälfte die Initialen BT. S. Corsten Bibliography Husung, M. J.: Die Drucker- und Verlegerzeichen Italiens im 15. Jh. München 1929 (ND Hildesheim / New York 1970), S. 155–160 Borsa, G.: Clavis typographorum librariorumque Italiae …

Wirffel, Georg

(99 words)

Author(s): S. Corsten †
wurde am 9. 3. 1492 an der Univ. Ingolstadt immatrikuliert und druckte einige Jahre später zus. mit Marx Ayrer einige zur wiss. Gebrauchslit. gehörende Werke: u. a. die «Practica» auf das Jahr 1497 von dem Ingolstädter Astronomen Johannes Angeli (GW 1904) und das juristische Wb. «Flores legum» (GW 10058 = 1497). Der 1469 in Erfurt und 1474 in Ingolstadt immatrikulierte Pedell und Buchbinder desselben Na-mens war allem Anschein nach sein Vater. S. Corsten † Bibliography Schottenloher, K.: Buchgesch. Funde aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In: ZfB 29. 1912, S. 145–159 Geldner …

Rüger, Thomas

(88 words)

Author(s): S. Corsten
wird in zwei volkssprachigen Werken, einem Plenarium vom 1. 12. 1481 und einer volkstümli-chen Lebensgesch. Jesu und seiner Mutter von 1482 (H 6730 und GW 9250) zus. mit dem Augsburger Johann Schönsperger d. Ä. als Drucker erwähnt. Wahrscheinlich ist aber R. eher als Geldgeber anzusehen. Das gilt auch von seiner Witwe, Anna Rüger(in), die 1484 ebenfalls mit Schönsperger zusammenarbeitete. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 1, S. 146–147 Augsburger Buchdruck und Verlagswesen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hrsg. von H. Gier und J. Janota. Augsburg 1997.

Edfu

(122 words)

Author(s): S. Corsten
Kreisstadt in Oberägypten, nördlich von Assuan. In der Antike war der links des Nils gelegene Ort unter dem Namen Apollonopolis Zentrum des Horuskultus. Der aus der Ptolomäerzeit stammende Tempel des Horus (237–147 v. Chr.) gilt als das besterhaltene Gebäude des alten Ägypten. In ihm befindet sich seitlich des ersten großen Saales eine Kammer, die ohnejeden Zweifel als Bibl, angesehen werden darf. 1871 machte der Ägyptologe H. Brugsch (1827–1894) auf sie aufmerksam. In die Wände der Kammer ist e…

Gesamttitel

(115 words)

Author(s): S. Corsten
heißt nach den dt. Regelwerken für die alphabetische Katalogisierung (PI, RAK), der Titel eines mehrbändigen Werkes, dessen einzelne Teile («Stücke») bibliographisch und inhaltlich selbständig und eigene Titel («Stücktitel») haben. Der G. wird der Hauptaufnahme des Gesamtwerkes zugrundegelegt. Der G. kann auf einem eigenen Titelbl., meist neben dem Haupt-titelbl. des Stückes, stehen, er findet sich oft auch zus. mit dem Stücktitel auf demselben Bl. oder an anderen Stellen des Buches. Der Stücktitelaufnahme wird der G. in runden Klammern hinzugefügt. S. Corsten Bibliography F…

Votivbuchstaben

(46 words)

Author(s): S. Corsten
werden in § 2k der Instruktion für die alphabetischen Kat. der Preußischen Bibl. (PI) ohne Definition zum Beiwerk gezählt, das bei der Titelaufnahme ohne Kennzeichnung übergangen wird. Es dürften auf wenige Buchstaben reduzierte sakrale Namen gemeint sein wie etwa IHS für Jesus. S. Corsten

Rath, Erich von

(167 words)

Author(s): S. Corsten
* 12. 6. 1881 in Krefeld, 31. 8. 1948 in Bonn, dt. Bibliothekar und Buchforscher. Nach Studium in Heidelberg, Berlin und Bonn wandte sich R. 1906 dem bibliothekarischen Beruf zu und wirkte nach Abschluß der Fachausbildung 1908 — 1917 an der SB Berlin, 1917 — 1921 leitete er die Bibl, des Reichsgerichts in Leipzig und war 1921 — 1942 Direktor der UB Bonn. Daneben war er seit 1911 für den Gesamtkat. der Wiegendrucke (GW) tätig, dessen erste Probedrucke er 1914 vorlegte. Als Nachfolger von Konrad H…

Löslein, Peter

(96 words)

Author(s): S. Corsten
stammte aus Langenzenn bei Nürnberg und war 1476—1478 in Venedig Geschäftspartner von Erhard Ratdolt und Bernhard Maler. Die Gemeinschaft druckte u. a. das «Calendarium» des Johannes Regiomontanus in einer lat. (H. 13 776) und ital. (H 13 789) Fassung. Die Namen der Gesellschafter stehen noch in einem «Breviarium Romanum» von 1478 (GW 5147) und in der «Cosmographia» des Pomponius Mela (H 11016) aus demselben Jahr. L. druckte in Venedig 1483 mit zwei gotischen und einer griech. Schrift zwei Bücher (H 9085 und 9279) auf eigene Rechnung. S. Corsten Bibliography Geldner Bd. 2, S. 72—80.
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