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Wunderheilung

(1,460 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff und Übersicht Wunder (= Wd.) sind in allen Religionen eine Möglichkeit, außergewöhnliche, die Alltagserfahrung übersteigende Ereignisse als Werk einer Gottheit, einer heiligen Person, aber auch des Teufels, von Dämonen und Geistern zu erklären (Teufelsglaube; Dämonologie). Die Grenzen zur Magie sind dabei fließend und nicht immer genau bestimmbar. Wd. werden entweder durch die Gottheit selbst oder durch ihre »Werkzeuge«, d. h. durch Heilige oder heiligmäßig lebende (z. B. sich durch Askese auszeichnende) Menschen, durch Reliquien oder heilige Orte bewirkt.Ware…
Date: 2019-11-19

Zodiacus

(1,699 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Grundlagen »Kreis der Tiere« (griech. zōdiakós [ kýklos], lat. zodiacus) war bereits in der Antike die Bezeichnung für die sog. Sonnenstraße, d. h. die zwölf Zeichen, die den Tierkreis bilden: Steinbock, Wassermann, Fische, Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion und Schütze. Im geozentrischen Weltbild teilten diese Sternbilder den Kreisumlauf des Himmels in zwölf gleiche Abschnitte ein, die jeweils durch die Solstitien, d. h. die Sonnenwenden (Tag- und Nachgleichen im Frühjahr und im Herbst, längster und kürzester…
Date: 2019-11-19

Tierzucht

(1,324 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und Überblick T. umfasst im engeren Sinne die mehr oder weniger gezielte Auswahl von Elterntieren zur Erzielung einer Nachkommenschaft mit erwünschten, meist ökonomisch erfolgreich verwertbaren Eigenschaften. Im weiteren Sinne wird dazu auch alles gezählt, was zur Aufzucht der Jungtiere notwendig und förderlich ist. T. im engen Sinn setzt eine detaillierte Kenntnis der Reproduktionsformen und Vererbungsregeln der Tiere voraus ( Zeugungslehre). Diese entwickelte sich erst im Lauf des 19. Jh.s, während der Zusammenhang von guter Aufzucht und L…
Date: 2019-11-19

Wind und Wolken [Hinzugefügt 2019]

(4,602 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Allgemeine EinführungDer Begriff des Windes (= Wd.) ist in der griech. Philosophie wortgeschichtlich eng verbunden mit dem Hauch (griech. pneúma) und der Seele (griech. psychḗ). Diese Bedeutungen waren in der Nz. bekannt und bildeten den Hintergrund der Überlegungen zur Entstehung und Wirkung der Wd.e. Alle Formen des Wd. – freundliche wie gewalttätige, angenehme wie zerstörerische – gehörten zu den sog. luftigen Meteoren. Sie wurden, soweit sie zerstörerisch waren, als göttliche Strafen gedeutet, aber seit der Antike zugleich als ausschließlich naturph…
Date: 2019-11-19

Schnee und Eis [Hinzugefügt 2019]

(4,387 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Allgemeines Wärme und Kälte waren – und sind – physikalische Zustände, die in der Naturphilosophie seit frühesten Zeiten eine zentrale Stellung bei der Erklärung physikalischer Erscheinungen einnahmen [33. 28–30, 51–57, 118f., 121f., 196]. Zugleich dienten und dienen sie als Metaphern, um z.B. Gefühle oder soziale und polit. Zustände zu beschreiben [38. 16–33, 125–135]. Allegorische Zuschreibungen ( Allegorie) verknüpften diese Grundkräfte der Natur mit den Erscheinungen des Mikro- und Makro-Kosmos – Gestirnen (Sterne), Jahres- und Tageszeiten, Tem…
Date: 2019-11-19

Zufall

(2,144 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und Überblick Kontingenz und Z. sind Begriffe, mit denen Menschen seit Beginn der Geschichte versuchen, die Welt, v. a. die wechselvollen, unerwarteten Lebenslagen und Naturerscheinungen zu verstehen. Sie gehören zum selben Bedeutungsfeld, wobei Kontingenz als die grundsätzliche Offenheit bzw. Unbestimmtheit der menschlichen Existenz und ihrer Geschichte verstanden wird. Der Z. dagegen wird in konkreten Handlungszusammenhängen herangezogen, um z. B. bestimmte Ereignisse zu begründen.Z. tritt histor. in unterschiedlichen Erscheinungsformen auf…
Date: 2019-11-19

Ordnung

(1,609 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Etymologie und DefinitionDen griech. Wörtern für O. ( kósmos, táxis und thésis: Kosmos, O. und Anordnung) steht der in die meisten europ. Sprachen übernommene lat. Begriff des ordo gegenüber. Letzterer wurde in der nzl. Naturphilosophie durch den Begriff der scala (»Stufenleiter«), also einer hierarchischen O., ergänzt ( Scala naturae). Das griech. Wort cháos (»klaffende Leere«) für den noch ungeordneten Urzustand der Welt setzte sich für das Gegenteil der O. in den europ. Sprachen ebenfalls durch. Diese Begriffe wurden in der Nz. wie schon zuv…
Date: 2019-11-19

Pflanzenzucht

(1,023 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und frühneuzeitlicher KenntnisstandUnter P. ist eine gezielte, die erwünschten Eigenschaften verbessernde Vermehrung und Aufzucht einer Pflanze zu verstehen. Höherer Ertrag, häufig über deren Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen (Boden; Klima) erreicht, höherer Nährwert und besserer Geschmack standen auch in der Nz. bei der Veränderung der Eigenschaften insbes. von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen im Vordergrund. Ziel war und ist in jedem Fall eine leichtere – z. B. dank besserer Lagermöglichkeit oder Haltbarkeit – und besse…
Date: 2019-11-19

Fetischismus

(2,634 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. BegriffFetisch leitet sich vom portug. feitiço ( »Zaubermittel«, »magisches Objekt«) her, das seinerseits auf das lat. facticius (»künstlich hergestellt«) zurückgeht und in einem Bedeutungsfeld mit den portug. Wörtern feitiçeiro (»Teufelsdiener«) sowie feitiçaria (»zauberische Praktiken«) steht. Seit dem SpätMA hatte sich dieser Terminus in Portugal eingebürgert; er durchlief bis zum Waren-F. Karl Marx' im 19. Jh. eine erstaunliche Karriere [5. 13 f.].Jörn Sieglerschmidt2. AfrikaNachdem in Portugal im ersten Edikt gegen die Hexen (1385) bereits von den feitiços die…
Date: 2019-11-19

Feuer

(1,763 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und ÜberblickDie Beherrschung des F. ist eine Kulturtechnik, die – anders als Hand und Sprache, Werkzeug und Kommunikation, welche auch Tieren zur Verfügung stehen – allein dem Menschen eignet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das F. in den mythologischen und naturphilosophischen Vorstellungen aller Kulturen eine wichtige Rolle einnimmt [7. 11]. In der europ. Denktradition gehörte das F. zu den vier Elementen, aus denen sich sämtliche Dinge der sublunaren, unterhalb der ersten Planetensphäre befindlichen Welt zusammensetzten. Im 17. Jh. z. B. bereits von Ro…
Date: 2019-11-19

Herbarium

(958 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff und FormenEine Sammlung getrockneter und auf Papier aufgezogener Pflanzen und Pflanzenteile wurde in der Nz. als H. im engeren Sinne bezeichnet. Joseph Pitton de Tournefort, der 1700 nicht lange nach Wilhelm Lauremberg und Moritz Hofmann eine Anleitung zur Herstellung getrockneter Pflanzen verfasste, sah deren Vorteil darin, dass sie unabhängig von der Jahreszeit betrachtet werden können [1. 671]. Im weiteren Sinne zählten auch die seit der Antike bekannten gemalten, später gedruckten und zuweilen kolorierten Abbildungen und Beschreibungen vo…
Date: 2019-11-19

Sterne

(2,599 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und Überblick S. waren in der gesamten Menschheitsgeschichte ein Orientierungspunkt im einfachen und im übertragenen Sinne: Sie waren zur (math.) Bestimmung der relig. Festkalender und Feiertage notwendig, bestaunenswerte Naturwunder und als Sternbilder in der Abfolge des Jahres (Zodiacus) Mittel der Gegenwarts- und Zukunftsdeutung; in der Nacht dienten sie der Navigation. In allen Kulturen spielten daher der Himmel und seine Erscheinungen, die S. – d. h. die Gestirne einschließlich der Planeten (Wandel-S.) und Kometen (Schweif-S.) – in der Wahrnehmung der Nat…
Date: 2019-11-19

Licht und Schatten [Hinzugefügt 2017]

(7,043 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Übersicht»Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht… Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.« Nicht nur in der Genesis (1,3–5), sondern in allen Schöpfungsmythen spielte das L. eine entscheidende Rolle bei dem Zustandekommen des Lebens und der biologischen Formenvielfalt auf der Erde. So war Prometheus in der griech. Mythologie u. a. der L.-Bringer für die Menschen und damit Begründer der menschlichen Kultur – zugleich ihrer Leistungen wie ihrer Schrecken, da Zeus die Menschen mit der alle Übel der Welt in sich…
Date: 2019-11-19

Luft

(1,177 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Allgemein Die L. war in dem seit der Antike gültigen tetradischen Aufbau der natürlichen Welt eines der vier Elemente. Sie galt als gewichtsloses Element zwischen Feuer sowie Erde und Wasser. Im Heidelberger Schicksalsbuch wurde bald nach 1491 auf die Verbindung der L. mit den Erscheinungen des Wetters hingewiesen: »Jn dem lufft werden manigerlay verwandelung fewrs wassers vnd windts. Wässerig als regen taw reiff schne hagel nebel« (107 r; [2]). Die zerstörerischen Wirkungen der L. durch Wind und Sturm werden nicht erwähnt und waren in der Nz. auch nur selten das The…
Date: 2019-11-19

Meteore [Hinzugefügt 2018]

(7,963 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und AllgemeinesIm griech. Wortsinn galt als M. ( metéōros) alles, was hoch in der Luft erhoben oder schwebend war, und bezog sich auf sämtliche physikalische Erscheinungen zwischen Erdmittelpunkt und Himmelssphären. Zugleich wurde der Begriff bereits in der Antike auf seelische (Seele) und geistige (Geist) Prozesse angewandt, ein Sich-Erheben über die Erde, ein dort Sich-Verlieren, das Bauen von Luftschlössern, wolkiges Denken. Eben diese metaphorische Bedeutung wurde insbes. von Aristophanes spöttisch genutzt [30. 4].Als M. wurden elementare Prozesse a…
Date: 2019-11-19

Dimorphismus

(1,091 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. DefinitionDie Tatsache, dass die Fortpflanzung tierischen und pflanzlichen Lebens für einen großen Teil der bekannten Arten zweigeschlechtlich ist, wird mit dem Begriff D. oder Bimorphismus bezeichnet. Es geht um die binäre Struktur der belebten Welt, die sich in vielfältiger Weise auch in anderen Bereichen, z. B. der Sprache, wiederfindet. Überall dort, wo mit Naturmetaphern und -analogien gearbeitet wird, ist der D. ein gängiges Denk- und Darstellungsmuster weit über die Biologie hinaus.Der D. ist zu allen Zeiten als Denkfigur auch dazu verwandt worden, um di…
Date: 2019-11-19

Nutztiere

(1,539 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition N. werden die domestizierten Haustiere genannt – im Gegensatz zu den (für den Menschen ebenfalls häufig nützlichen) wilden Tieren (Wildtiere). Die Grenzen sind vielfach fließend; so könnten z. B. sämtliche vom Menschen für bestimmte Zwecke gezogenen Tiere als N. bezeichnet werden, darunter nicht nur der Wurm, der dem Fischfang dient, sondern auch die seit dem 18. Jh. zu naturwiss. Versuchszwecken eingesetzten (Tierversuch) sowie die vielen zum menschlichen Vergnügen domestizierten Tiere.Die Bezeichnung N. ist anthropozentrisch (Anthropozentrismus), …
Date: 2019-11-19

Vegetarismus

(1,505 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition Der Verzicht auf Fleischkonsum ist seit der Antike und in vielen Kulturen als eine Form der Theriophilie (der einfühlenden Rücksichtnahme auf Tiere) bekannt (vgl. Abb. 1) und ist zuweilen als relig. oder diätetische Regel vertreten worden (Naturheilkunde). Dieser Verzicht erstreckte sich teilweise auch auf die Nutzung tierischer Produkte z. B. für die Kleidung. Nur selten sind im nzl. Europa jedoch Formen der Ablehnung des Gebrauchs sämtlicher tierischer Produkte nachweisbar ( Veganismus, Lacto-Ovo-V.). In Europa und unter christl. Einfluss blieb der…
Date: 2019-11-19

Sonne und Mond

(2,207 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. AllgemeinDer Himmel mit S. und M. (den Zentralgestirnen von Tag und Nacht) ist seit dem Beginn der Menschheitsgeschichte in allen Kulturen Gegenstand der mythisch-symbolischen und der wiss. Phantasie wie der Wissbegierde; auch relig. Riten nehmen in vielen Kulturen der Welt bis heute Bezug darauf [21. 9–135]. In der astronomischen Wissenschaft der frühen Kulturen diente die Himmelsbeobachtung der praktischen Erkenntnis und Vorhersage des Laufes von S., M. und Sternen, in den christl. Kulturen dann auch der Berechnung der beweglichen Feiertage im Kirchenjahr [13] (Zeitmessu…
Date: 2019-11-19

Erde

(1,699 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Die wichtigsten Vorstellungen und ihre GeschichteDie nzl. Vorstellungen von der E. sind von vorgeschichtlichen und antiken begrifflichen Festlegungen durchdrungen. Wie andere Elemente (Feuer, Luft, Wasser) ist die E. Teil der Schöpfungsmythen und Ergebnis einer Beseitigung des Chaos durch Trennung und damit Ordnung der Elemente (vielfach auch Trennung von Himmel und E., Licht und Dunkelheit). In dem binären, jeweils zwei Gegensatzpaare bildenden tetradischen Aufbau der Elementen-, Substanzen- und Qualitätslehren der Vormoderne spielten auch die Geschlechterzuordnun…
Date: 2019-11-19

Regen [Hinzugefügt 2018]

(2,721 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Allgemeines und BegrifflichesR. gehört zu den wässerigen Meteoren ( Komet) – so die Definition seit der Antike, die teils bis in das 19. Jh. Gültigkeit behielt. Unter Berufung auf die Meteorologie des Aristoteles zählten im geozentrischen Weltbild generell alle sich unterhalb der Mondsphäre abspielenden elementaren Prozesse (Elemente) zu den Meteoren, d.h. sie wurden nicht als Phänomene der unveränderlichen, oberhalb des Mondes verorteten Sternensphäre betrachtet, sondern als Teil der kontingenten und veränderlichen Sphäre unterhalb des Mondes ( Kosmos; Sonne und Mond) [1…
Date: 2019-11-19

Zyklizität

(3,328 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff und ÜberblickDie kreisförmige, sich wiederholende Bewegung war seit der Antike bis weit in die Nz. in Europa wie auch in anderen Kulturen eine gängige Vorstellung vom Verlauf natürlicher wie gesellschaftlicher Entwicklungen. Sie galt als die vollkommenste Bewegung und der Kreis bzw. die Kugel als vollkommenster geometrischer Körper. Zugleich war damit die Vorstellung der ewigen Wiederkehr des Gleichen verbunden, einer Revolution im ursprünglichen Sinne, noch geprägt vom Verständnis des Nikolaus Kopernikus [3]; [15. 69–71]. Die Begründung des heliozentrische…
Date: 2019-11-19

Anthropozentrismus

(1,330 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff und christliches ErbeIn der Frage des Verhältnisses des Menschen zur Natur gibt es unterschiedliche Haltungen, die sich dadurch unterscheiden, wie die Bedeutung des Menschen dabei gewichtet wird. Der A. stellt dabei die Sichtweise und die Interessen des Menschen in den Mittelpunkt seiner Betrachtung, nicht selten in der utilitaristischen Form einer Nutzenbeziehung (Utilitarismus; Utilität): Die Natur ist für den Menschen geschaffen und daher ausschließlich in Hinsicht auf seine Nutzenbewertung bedeutsam. Alternative Modelle sind der Physiozentrismus, der die…
Date: 2019-11-19

Wildnis

(1,478 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und ÜberblickW. bezeichnet seit jeher die unkultivierte Natur und verweist damit auf die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes Kultur als Kultivierung der Natur, im Sinne des gezielten Eingriffs in die ansonsten chaotisch, d. h. ohne erkennbare Ordnung, existierende oder sich entwickelnde Natur. In der jüd.-christl. Tradition bieten Schöpfung (Schöpfungslehre) und Paradies als Bilder des aus dem Chaos, der ursprünglichen Wüstenei und Leere entstehenden Kosmos und des ursprünglichen Garten Eden Bild u…
Date: 2019-11-19

Animismus

(2,340 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff Edward Burnett Tylor (1832–1917) [11], der A. als religionswiss. Begriff einführte, gilt mit seiner Theorie der Religionsentwicklung als einer der Begründer der Religionswissenschaft. Unabhängig vom Evolutionismus dieser Tradition soll A. hier als Anschauung verstanden werden, die eine klare Trennung zwischen unbelebten bzw. unbeseelten Dingen und Lebewesen nicht akzeptiert: »Jeder Gegenstand, gleichgültig ob er aus organischen oder ob er aus anorganischen Substanzen bestand, gleichgültig ob er von Menschen gem…
Date: 2019-11-19

Herbarium

(1,013 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Concept and forms A herbarium in the strict sense in the early modern period was a collection of dried specimens of plants and plant parts affixed to paper. Joseph Pitton de Tournefort, who wrote a guide to the preparation of dried plants in 1700, not long after Wilhelm Lauremberg and Moritz Hofmann, saw the advantage as being able to make observations regardless of season [1. 671].In a wider sense known since antiquity, the paintings, and later prints and colored illustrations and descriptions of plants were also considered part of the phenomenon. Coll…
Date: 2019-10-14

Livestock

(1,698 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition Livestock are domesticated animals, as opposed to wild animals (which are also frequently of use to humans). The definition is often blurred. For example, all animals bred by humans for particular purposes could be called livestock, including not only worms, which are used in fishing, but also animals used in scientific experiments since the 18th century (Animal experimentation), or the many animals domesticated for human companionship.The term livestock is an anthropocentric one (Anthropocentrism), that is, it has meaning only in its reference…
Date: 2019-10-14

Air

(1,302 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Introduction In the fourfold concept of the natural world that held sway from Antiquity, air was one of the four elements. It was believed to be a weightless element between fire and earth and water. Soon after 1491, the  Heidelberger Schicksalsbuch drew attention to the association between air and meteorological phenomena: “In the air are many transformations of fire, water, and wind. Watery being rain, dew, frost, snow, hail, fog” ( Jn dem lufft werden manigerlay verwandelung fewrs wassers vnd windts. Wässerig als regen taw reiff schne hagel nebel) (107r; [2]). There is no me…
Date: 2019-10-14

Anthropocentrism

(1,376 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Concept and Christian background In the question of the relationship between human beings and nature, there are various positions, which depend on how the significance of human beings (Humankind) is assessed. The approach of anthropocentrism focuses on the perspective and interests of human beings, not uncommonly in the utilitarian form of a benefit relationship (Utilitarianism): nature was created for humankind and is therefore meaningful solely in proportion to its usefulness. Alternative models…
Date: 2019-10-14

Earth

(1,842 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Key concepts and their history Prehistoric and ancient terminological categories pervaded early modern concepts of earth. Like other elements (fire, air, water), earth was part of creation myths, coming about through the overcoming of chaos by separation and the ordering (Order [system]) of the elements (often also the separation of heaven and earth, light and darkness). Gender allocations also played an important part in the binary tetradic structure of the premodern doctrines of elements, substan…
Date: 2019-10-14

Dimorphism

(1,145 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. DefinitionThe fact that for most known species, reproduction of animal and vegetable life is anisogamous (by the fusion of different gametes) is described by the term dimorphism (or bimorphism). The concept relates to the binary structure of the living world, a structure that is also reflected in many other spheres, such as language. Wherever nature metaphors and analogies are in use, dimorphism is a widespread conceptual and presentational model, even in fields far beyond biology.At all periods, dimorphism as a conceptual figure has also been enlisted to account …
Date: 2019-10-14

Cyclicality

(3,506 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Concept and overviewFrom Antiquity until well into the early modern period, the idea of repetitive circular motion was a commonplace concept of the course of natural and social processes, both in Europe and in other cultures. It was regarded as the most perfect form of motion, and the circle and sphere as the most perfect geometrical bodies. At the same time, the concept was connected with the idea of eternal return, a revolution in its original sense, still colored by the ideas of Nikolaus Copernicus [3]; [15. 69–71]. The establishment of the heliocentric model in no way pre…
Date: 2019-10-14

Fetishism

(1,445 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Concept The word ‘fetish’ derives from the Portugues feitiço (“spell”, “amulet”), which in turn derives from the Latin facticius (“artificial”) and is related to  feitiçeiro (“sorcerer”) and  feitiçaria (“sorcery”). The term became established in Portugal from the Late Middle Ages, and subsequently enjoyed an astonishing career in the early modern period, through to Karl Marx’ “commodity fetishism” in the 19th century [5. 13 f.].Jörn Sieglerschmidt 2. Africa Feitiços were already mentioned in Portugal in the first edict against witches (1385), and the word …
Date: 2019-10-14

Animism

(1,240 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Concept Edward Burnett Tylor (1832-1917) [11], who coined Animism as a technical term, is regarded by dint of his theory of the development of religion as one of the founders of religious science. Regardless of the evolutionism of this tradition, Animism should here be understood as a position that does not accept a clear distinction between inanimate or unensouled things and living beings. “Every object, irrespective of whether it consisted of organic or inorganic substance, irrespective of wheth…
Date: 2019-10-14

Chance

(2,345 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition and overview Contingency and chance are concepts by which, since the dawn of history, people have sought to understand the world, especially the vicissitudes and shocks of life and natural phenomena. The two belong to the same field of meaning, with contingency denoting the fundamental openness or indeterminacy of human existence and its history. Chance, meanwhile, is invoked in specific circumstances, for instance to explain particular events.Historically speaking, the concept of chance has manifested itself in various guises that considerably exp…
Date: 2019-10-14

Fire

(1,900 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition and overview The control of fire is a cultural technique that, unlike the use of hands, language, tools, or communication, which are also available to animals, is unique to humans. It is thus unsurprising that fire holds a position of some importance in the mythological and philosophical systems of all cultures [7. 11]. In the tradition of European thought, fire was one of the four elements of which all things of the sublunar world (beneath the first planetary sphere) were composed. Called into question in the 17th century by Robert …
Date: 2019-10-14

Animal breeding

(1,503 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition and overview Animal breeding in the narrower sense comprises the varyingly targeted selection of parent animals in order to produce offspring with desired characteristics, generally ones that can be successfully exploited economically. In the broader sense the term would include everything necessary for and conducive to the rearing of young animals. In the narrow sense animal breeding presupposes detailed knowledge of the forms of animal reproduction and the rules of heredit…
Date: 2019-10-14

Natur

(8,969 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn | Biehler, Birgit
1. Definition und EtymologieDer Chemiker Johannes Kunckel von Löwenstern machte sich bereits um 1700 über die unsichere Verwendung des Begriffes N. lustig und traf zugleich eine damals typische Aussage über die Allmacht Gottes: »Denn um das Wort N. machet man in der Welt viel Wesens/ und wenn man nicht weiter kommen kann/ so spricht man/ es sei seine N. so. Was aber eigentlich N. sey/ begreyfen wenige/ expliciren es auch nicht/ sondern sprechen: Gott und N. Wann ich solches höre/ so kommt es mir/ als ob Gott einen Mit-Gehülffen hätte haben müssen« (zitiert nach [54. 87]). Damit paraphrasi…
Date: 2019-11-19

Kosmos

(3,750 words)

Author(s): Danielson, Dennis | Sieglerschmidt, Jörn
01. Kosmos und Ordnung»Die Griechen haben den Namen [K.] für das Weltall dem Begriff für Schmuck entliehen, wegen der Vielfalt der Elemente und der Schönheit der Sterne, … weil wir mit unseren sterblichen Augen nichts Schöneres wahrnehmen als das Weltall« ( Isidor von Sevilla, De mundo 13,1; um 600). So hat auch die Kosmologie (= Kl.), d. h. das Studium des K. (als Synonym für »Weltall« und »Welt« im umfassenden Sinn), der Nz. nicht nur den Bezug zur Physik und zur Astronomie beibehalten, sondern auch zu Vorstellungen von Ordnung, Verlässlichkeit, Eleganz und Schönheit. Im Gegensa…
Date: 2019-11-19

Physiognomik

(2,179 words)

Author(s): Kanz, Roland | Sieglerschmidt, Jörn
1. Etymologie und DefinitionPh. (auch Physiognomie, mittelengl. fisnomy) leitet sich von griech. physiognōmonikḗ téchnē her und meint die Kunst, das Wesen eines Körpers aus äußeren Zeichen zu erkennen (wörtlich »Erkenntnis nach der Natur«). Während die Ph. eher den engeren Bereich der körperlichen Zeichen behandelt, ist Physiognomie als in SpätMA und Nz. entwickelte, umfassende Lehre vom Zusammenhang aller natürlichen Dinge aufzufassen. Allerdings ist der Wortgebrauch bis heute nicht einheitlich.Die Ph. beschäftigt sich mit den lebenszeitlich eher wenig verände…
Date: 2019-11-19

Cosmos

(4,052 words)

Author(s): Danielson, Dennis | Sieglerschmidt, Jörn
1. Cosmos and order“The Greeks have borrowed a name for the universe from ornament, on account of the variety of the elements and the beauty of the stars. For it is called among them  kosmos. … For with the eyes of the flesh we see nothing fairer than the universe.” (Isidore of Seville, De mundo 13,1; c. 600 CE). Likewise through the modern period and to the present, cosmology—the study of the cosmos (generally synonymous with “universe,” and also with “world” in its comprehensive sense)—has continued to be related not only to physics and astronom…
Date: 2019-10-14

Ungeziefer

(1,623 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Sieglerschmidt, Jörn
1. BegriffDer Begriff U. (franz. vermine, engl. vermin) ist seit dem 12. Jh. bezeugt, wobei sich das ahdt. Stammwort zebar zu nhdt. ziefer (»Tier«) wandelte. Möglicherweise bezeichnete der Stamm im engeren Sinne das Opfertier, sodass das doppelte Peiorativ-Präfix un- und ge- auf nicht zur Opferung geeignete Tiere verweisen dürfte. Synonyme waren u. a. »Geschmeiß« (von mhdt. smeiszen und smîszen; mlat. cacare, »mit Kot beschmutzen«), das Martin Luther auch antijüd. sinnbildlich verwendete (»die Jüden mit jrem geschmeis und lere«; s. u. 5.) oder »Gezüchte«, das seit Konrad von …
Date: 2019-11-19

Landschaft

(2,923 words)

Author(s): Blickle, Peter | Lüsebrink, Hans-Jürgen | Sieglerschmidt, Jörn
1. PolitischL. war im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation das Korrelat zu Herrschaft. In dieser Bedeutung ist der Begriff vom 14. Jh. bis zum Ende des Reichs (1806) belegt. Die L. hatte korporativen Charakter und bezeichnete als solche die Gesamtheit der Landstände eines reichsunmittelbaren Territoriums. Wo in einem Territorium Adel und Prälaten als Stände fehlten, diente L. aber auch zur Bezeichnung der Repräsentation von Untertanen, in diesem Fall jenen in der Stadt und auf dem Land.Seit den frühen 1970er Jahren hat sich L. als wiss. Ordnungsbegriff auch für d…
Date: 2019-11-19

Landscape

(2,554 words)

Author(s): Lüsebrink, Hans-Jürgen | Sieglerschmidt, Jörn | Blickle, Peter
1. Cultural phenomenonAs a cultural phenomenon, the landscape is a complex “integral system” [2. 14], in which looking at, depicting, and feeling the landscape are as important as its design and ecology (see below, 2.). Landscape in the early modern period (the word “landscape” itself was originally borrowed into English from Dutch  landschap in its artistic sense, extending to the wider sense in the 19th century; Landscape painting) was closely related to the concepts of garden and nature, which together reflect two different ideas and structura…
Date: 2019-10-14

Kalender

(5,148 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Schostak, Désirée | Messerli, Alfred | Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff Der Begriff K. leitet sich vom ersten Tag des Monats im alten Rom (lat. Kalendae) ab; über lat. calendarium (»Schuldbuch«) übertrug er sich später auf die Zeitrechnung insgesamt. Basis aller bekannten K. sind der Wechsel von Tag und Nacht, die sich wiederholenden Mondphasen (»Mond« = Monat) und der Lauf der Jahreszeiten im Sonnenjahr.Wolfgang Behringer2. Zeitrechnung: Frühe AusprägungenAstronomische Erscheinungen (Astronomie) bestimmen kulturübergreifend die Zeiteinheiten Jahr, Monat und Tag. Durch astronomische Beobachtung und Berechnungen, e…
Date: 2019-11-19

Tier

(4,838 words)

Author(s): Smith, Justin E.H. | Eckart, Wolfgang Uwe | Sieglerschmidt, Jörn
1. Naturphilosophie 1.1. Abgrenzung zum MenschenDer Begriff des Tierischen wird in der Nz. häufig direkt oder indirekt mit dem des Menschlichen kontrastiert [10]. Anfänglich wurde er verwendet, um das Gebiet der philosophischen Anthropologie abzugrenzen ( Mensch, Menschheit); erst später bezeichnete »T.« die Studienobjekte der Zoologie. Diese anthropozentrische Perspektive findet sich deutlich etwa in den renaissancezeitlichen Druckausgaben von ma. Bestiarien, die alle bekannten T.-Arten aus der realen Welt und dem Reich von Phantasie und Fabel meist i…
Date: 2019-11-19

Wasser

(4,183 words)

Author(s): Meyer, Torsten | Sieglerschmidt, Jörn | Klippel, Diethelm | Niedermayer, Benedikt | Kirschke, Martin
1. AllgemeinW. (engl. water, franz. eau) ist die chemische Verbindung aus W.- und Sauerstoff (H2O). Es kann auch in der Natur alle drei Aggregatzustände aufweisen; gewöhnlich ist allerdings dann von W. die Rede, wenn es sich um den flüssigen Aggregatzustand handelt. In flüssiger Form ist W. in unserem Sonnensystem bisher nur auf der Erde nachgewiesen, die es zu gut 70 % bedeckt.W. spielt für die menschliche Kultur eine herausragende Rolle; die Verfügbarkeit von Brauch- sowie Trinkwasser (Wasserversorgung) ist existentiell und Ausdruck der Abhängigkeit von der Natur [5. 15–28] (zu…
Date: 2019-11-19

Animal

(5,217 words)

Author(s): Smith, Justin E.H. | Eckart, Wolfgang Uwe | Sieglerschmidt, Jörn
1. Natural philosophy 1.1. Distinction from humanDirectly or indirectly, the concept of the animal was frequently contrasted with that of the human in the early modern period [10]. Initially, it was used to define the sphere of philosophical anthropology (Humanity). Only later did “animal” come to denote an object of zoological study (Zoology). This anthropocentric perspective is clearly seen, for instance, in Renaissance printed editions of medieval bestiaries, which present all known species of animals – from the real w…
Date: 2019-10-14

Calendar

(5,263 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Schostak, Désirée | Messerli, Alfred | Sieglerschmidt, Jörn
1. Term The word calendar derives from the name of the first day of the month in Ancient Rome (Latin Kalendae). From Latin kalendarium (‘debt-book’), it later came to refer to the whole system of reckoning time (Time, reckoning of). All known calendars are based on the alternation of day and night, the recurrent phases of the Moon (OE mona = “Moon”; monađ = “month”), and the course of the seasons through the solar year.Wolfgang Behringer 2. Chronology: early manifestations In all cultures, astronomical phenomena (Astronomy) determine the chronological units of year, month,…
Date: 2019-10-14
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