Search

Your search for 'dc_creator:( "Thür, Gerhard (Graz)" ) OR dc_contributor:( "Thür, Gerhard (Graz)" )' returned 361 results. Modify search

Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Despoteia

(144 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (Δεσποτεία). “Herrschaft” (von δεσπότης, despótēs, Herr) hat in der griech. Sprache zunächst keine spezifisch rechtliche Bedeutung. Der Ausdruck bezeichnet das vom Herkommen geregelte Herrschaftsverhältnis des Hausvaters über seine Sklaven (Aristot. pol. 1253b) oder im polit. Sinn die Gewaltherrschaft (Plat. leg. 698a). Als Verfügungsmacht des Eigentümers tritt d. erstmals in ptolemäischen Papyrusurkunden auf (BGU 1187,32, 1. Jh.v.Chr.), gemeinsam mit dem schon in den griech. Stadtstaaten gebrauchten Terminus kyrieía. Erst im röm. Ägypten wird d. stä…

Politeuma

(112 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (πολίτευμα). Neben der Bed. “Staatsgewalt”, “Regierungs- und Verfassungsform” bezeichnet p. speziell im Seleukidenreich und im ptolem. Ägypten landsmannschaftliche Zusammenschlüsse z. B. der als Minderheiten lebenden Makedonen, Griechen, Perser und Juden, mit teilweiser Selbstverwaltung und eigener Gerichtsbarkeit. Nach Verschwinden der ethnischen Komponente blieb p. eine Standesgruppe der bevorzugten Bevölkerungsschicht. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography M. Th. Lenger, Corpus des Ordonnances des Ptolémées, 21980, XVIIIf.  J. Modrzejewski, …

Balantiotomoi

(32 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (βαλαντιοτόμοι). “Beutelschneider” (Taschendiebe) wurden in Athen auf Grund des νόμος τῶν κακούργων ( nómos tōn kakúrgōn) mit der apagogḗ (“Abführung”) verfolgt und mit dem Tode bestraft. Thür, Gerhard (Graz)

Blabes dike

(120 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (βλάβης δίκη). Im griech. Recht eine Privatklage wegen Vermögensschädigung. Bei absichtlicher Schädigung hatte der Verurteilte den vom Kläger in der Klageschrift geschätzten Schaden doppelt zu ersetzen. Die b.d. dürfte urspr. auf Grund des Gesetzes nur bei Verletzung des Nachbarrechts zuständig gewesen sein. Erst die Rechtssprechung mag den engen Tatbestand auch auf andere Fälle der Vermögensschädigung ausgedehnt haben. In dieser Deliktsklage ist nach vorherrschender Meinung der Ursprung des griech. Vertra…

Epobelia

(94 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐπωβελία). In Athen mußte der unterlegene Kläger in einigen Privatprozessen eine Buße wegen mutwilligen Prozessierens in der Höhe des sechsten Teiles des Streitwertes, nämlich von der Drachme einen obolos (daher der Name e.) an den Beklagten zahlen. Das galt auch für die Partei, die mit einer paragraphḗ unterlegen war oder die eine diamartyría vergeblich angefochten hatte, hier allerdings nur unter der Voraussetzung, daß sie nicht einmal den fünften Teil der Richterstimmen für sich gewonnen hatte (Isokr. or. 18,12). Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A.R.W. Ha…

Hypoboles graphe

(81 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ὑποβολής γραφή). Popularklage gegen eine Person, die einem Bürger als dessen eigenes Kind unterschoben worden war. Untergeschobene Kinder, meist gekaufte Sklaven, werden in den att. Gerichtsreden und Komödien häufig erwähnt: Kinderlose Ehefrauen suchten so ihre Stellung im Hause zu festigen, doch ist die h.g. nur in den Lexica Segueriana V [2] überliefert. Die Sanktion gegen den Untergeschobenen war der Verkauf als Sklave. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography 1 I. Bekker (ed.), Anecdota Graeca I, 1814/1865, 311 2 Lipsius, 417.

Cheirographon

(87 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (χειρόγραφον), wörtl. “Handschreiben” (Handschein). Neben der Syngraphe die häufigste Form der Privaturkunde der Papyri Ägyptens. Das seit dem 3./2.Jh. v.Chr. bis in die röm. Zeit auftretende ch. ist am Stil des Privatbriefs orientiert und auf keinen bestimmten Geschäftstyp beschränkt. Zeugen waren dabei üblich. Gewöhnlich hatte der aus dem ch. Berechtigte die Urkunde in Händen. In röm. Zeit konnte das ch. durch δημοσίωσις ( dēmosíōsis: Einverleibung in ein amtliches Archiv) beweisrechtlich die Gleichstellung mit den vom agoranómos er…

Prytaneia

(155 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (πρυτανεία). In Athen (auch in Milet und Ilion) wurden die Gerichtsgebühren, die von beiden Prozeßparteien im voraus zu erlegen waren, aber der obsiegenden Partei von der unterlegenen letztlich vergütet wurden, p. genannt. Die p. waren in den meisten Privatprozessen zu zahlen (in Erbschaftssachen war jedoch die parakatabolḗ vorgesehen), in öffentlichen Prozessen zumeist die παράστασις ( parástasis). Die p. betrug 3 Drachmen bei einem Streitwert zw. 100 und 1000 Drachmen, darüber 30 Drachmen, darunter war keine p. zu entrichten. Ob sich das Wort vom Amt …

Dosis

(142 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] Das Substantiv leitet sich von διδόναι ( didónai) “geben” ab und hat wie auch das Verbum keine spezifisch juristische Bedeutung. Die Rechtsinstitute Schenkung und Stiftung lassen sich unter dem Terminus d. nur sehr unzulänglich erfassen: Die att. Redner gebrauchen διδόναι ( didónai) und διατιθέναι ( diatithénai; Diatheke) abwechselnd, wenn sie testamentarische Zuwendungen aus dem solonischen Gesetz rechtfertigen. In der großen Gesetzesinschrift von Gortyn bedeutet didónai “schenken” (col. IX 15-30, mit rechtlichen Beschränkungen). Beim Errich…

Agamiu dike

(123 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀγαμίου δίκη). In Sparta eine Strafklage, die von jedermann gegen denjenigen erhoben werden konnte, der nach Erreichung eines gewissen Alters sich nicht verheiratete (Plut. Lykurgos 15). Durch diese Klage wurde ein mittelbarer Zwang zur Ehe ausgeübt, denn dem Übertreter drohte eine teilweise Aufhebung der Bürgerrechte. Die Klage mag auch sonst noch im dor. Rechtsbereich vorgekommen sein (vgl. Strab. 10,482), in Athen ist sie nicht nachzuweisen. Wenn Platon (leg. 721b; 774a) in s…

Androlepsia

(76 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀνδροληψία) war im athenischen Recht eine vom Gesetz (nur belegt in Demosth. 23,82) den Verwandten eines auf athenischem Staatsgebiet ermordeten Atheners eingeräumte Selbsthilfebefugnis: Sie konnten, solange sich der Blutschuldige dem Zugriff der Angehörigen des Getöteten entzog, aus dessen Angehörigen drei Geiseln greifen (Die Deutung ist umstritten). Über deren Schicksal ist nichts bekannt. Ungerechtfertigte Ausübung der A. wurde bestraft. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography B. Bravo, Symposion 1977, hrsg. v. J. Modrzejewski, 1982, 131 ff.

Rechtskoine

(312 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] Ebenso wie die Koine in der griech. Sprach-Gesch. bezeichnet R. ein von der Rechts-Gesch. im Nachhinein analysiertes Phänomen des Hell.: das spontane Zusammenwachsen verschiedener griech. Rechtsvorstellungen, bes. im ptolem. Ägypten. Einrichtungen unterschiedlicher Poleis (Polis) verschmolzen dort im Rechtsleben durch die Vermischung der griech. Bevölkerung untereinander [4. 140], ohne daß die Obrigkeit auf eine Einheit hingewirkt hätte (so noch [3. 50 f.]). Als Beispiele hierfür…

Kratesis

(119 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (κράτησις) bezeichnet gemeingriech. in privatrechtlichen Beziehungen die tatsächliche, den körperlichen Zugriff erlaubende Gewalt über eine Sache, vergleichbar dem Besitz, jedoch nicht technisch im Sinne der röm. possessio verstanden (die Griechen kannten weder die Ersitzung ( usucapio ) noch einen speziellen Besitzschutz durch interdictum ). K. übte z.B. der Gläubiger an der verpfändeten Sache aus, auch wenn diese beim Schuldner verblieben war, ebenso der Pächter am gepachteten Grundstück. Wer die k. über eine Sache hatte, durfte darüber aber nic…

Poine

(190 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ποινή). Bei Homer ganz konkret für Wergeld (Hom. Il. 18,498; aídesis ), aber auch allg. für Rache, Vergeltung gebraucht, später auf alle Geldbußen ausgedehnt, die ein Privater wegen eines Delikts verlangen konnte ([4. 10, 35]; vgl. lat. poena ; jedoch trat im Griech. die Erweiterung auf an den Staat zu zahlende Geldstrafen oder auf Leibesstrafen erst über die Rückübersetzung des lat. Terminus ein). Der Zusammenhang mit Wergeld (auch ἄποινα, ápoina; vgl. ἀποινᾶν, apoinán, eine p. verlangen, Demosth. or. 23,28 und 33; IPArk 7,14) lebt in der Verneinung…

Enechyrasia

(140 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (Ἐνεχυρασία). Im griech. Recht die Vollstreckung wegen Geldforderungen oder wegen Forderungen auf Herausgabe von Sachen. Sie geschah in das bewegliche oder unbewegliche Vermögen (außerhalb Athens auch gegen die Person) des Schuldners nach Ablauf einer nicht näher bekannten Frist auf Grund eines Urteils oder einer vollstreckbaren Urkunde durch private Pfandnahme des Gläubigers. Dieser mußte die Pfändungshandlung persönlich vornehmen. In Athen verschaffte ihm der dḗmarchos (Demarchoi) der Wohnsitzgemeinde des Schuldners den Zutritt zu den Pfa…

Magie, Magier

(6,634 words)

Author(s): Wiggermann, Frans (Amsterdam) | Wandrey, Irina (Berlin) | Graf, Fritz (Princeton) | Johnston, Sarah Iles (Princeton) | Thür, Gerhard (Graz) | Et al.
I. Alter Orient [English version] A. Allgemein Altoriental. und äg. M. beruht auf einem Weltbild, das der Religion entgegengesetzt ist. Im mag. Weltbild sind Menschen, Götter und Dämonen durch Sympathien und Antipathien miteinander und mit dem Kosmos verbunden, im rel. Weltbild wird alles durch die Götter zu ihrem eigenen Nutzen gestaltet; die Beziehungen zw. Mensch und Kosmos sind Folge bewußter Maßnahmen der Götter. In der rel. Praktik jedoch sind beide Weltbilder integriert und komplementär. Das rel…

Misthosis

(1,443 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
(μίσθωσις). [English version] A. Allgemeines Ähnlich der röm. locatio conductio umfaßt die griech. m. eine Reihe von entgeltlichen Geschäften, womit eine Person einer anderen entweder eine Sache zu Gebrauch oder Nutzung überläßt, eine Sache (oder Person) übergibt, damit hieran ein bestimmter Erfolg herbeigeführt werde, oder sich zu Arbeits- oder Dienstleistung verpflichtet. Die heute geläufige (romanistische) Gliederung dieser Geschäfte in Miete/Pacht, Werk- und Dienstvertrag ist für die m. zu grob, da die griech. Vertragspraxis je nach konkretem Lebenssachver…

Grundbuch

(247 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] Im rechtlichen Sinn kann man von einem G. sprechen, wenn ein lückenloses, entweder alle Einwohner (Personalfoliensystem) oder alle Grundstücke eines Bezirkes (Realfoliensystem) umfassendes Register von Grundstücken “öffentlichen Glauben” genießt, und dadurch dem eingetragenen Erwerber das Eigentumsrecht garantiert ist. In der Ant. gab es zahlreiche schlichte Grundstücksregister (Kataster), die jedoch meistens als Grundlage für die Steuererhebung dienten (Beispiele und Lit. [1]). Allein aus dem ptolemäischen und röm. Ägypten sind Einrichtu…

Kakogamion

(60 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (κακογάμιον, wörtlich “schlechtes Heiraten”) wurde in Sparta bestraft (Stob. 66,16), bzw. ‘wie es scheint’ (Plut. Lysander 30,7) sicher mit díkē verfolgt, womit aber, wie bei der agamíu díkē , gewiß keine Privatklage gemeint war. Wogegen der Ehemann beim K. verstieß und welche Strafe ihn traf, ist ungewiß. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography D.M. MacDowell, Spartan Law, 1986, 73f.

Laographia, Laographos

(128 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (λαογραφία, λαογράφος). Seit der ptolem. Zeit wurden in Ägypten Volkszählungen veranstaltet ( laographíai: das Volk wurde “aufgeschrieben”), die ab Augustus im Turnus von 7, ab Tiberius von 14 Jahren stattfanden. In röm. Zeit bedeutete laographía auch die dabei erstellte Liste der Kopfsteuerpflichtigen und die Kopfsteuer selbst (Steuern). Unterworfen waren ihr Männer zw. dem 14. und 60. Lebensjahr, sofern sie nicht röm. Bürger oder Bürger der privilegierten griech. Poleis waren; für die übrigen Griechen galten g…

Hierosylia

(102 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἱεροσυλία). In vielen griech. Poleis “Tempelraub”, Entwendung gottgeweihter Gegenstände aus einem Heiligtum, was sehr weit ausgelegt wurde (z.B. auch Unterschlagung von Silber bei staatlicher Münzprägung, Syll.3 530, Dyme in Achaia, bald nach 190 v.Chr. [2]). In Athen wurde H. im 5. Jh. vermutlich mit eisangelía verfolgt, später mit einer in die Zuständigkeit der Thesmotheten fallenden ἱεροσυλίας γραφή ( hierosylías graphḗ), in welcher Todesstrafe mit Verweigerung der Bestattung in Attika und Vermögensverfall drohten. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography…

Asebeia

(97 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀσέβεια). Verletzung der Ehrfurcht vor den Göttern wurde bei den Griechen bestraft. Tempelraub (Hierosylie) unterlag einer bes. Sanktion, Entweihung und Verspottung göttl. Dinge wurden als a. zusammengefaßt. Als Mittel der Politik wurden a.-Klagen in Athen bes. bei Verletzung der Ehrerbietung gegenüber den Staatsgöttern gegen Naturphilosophen und Sophisten angestrengt. Deren Erklärung der Welt und Infragestellung aller überkommenen Anschauungen schien die staatliche Ordnung zu gefährden. Anaxagoras, Diagoras, Protagoras und Sokrates wurden in a.-P…

Ephetai

(96 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐφέται). Im klass. Athen gab es neben dem Gerichtshof des Areios pagos in Blutsachen noch drei weitere Kollegialgerichte, die beim Palladion, beim Delphinion und in Phreatto tagten (Dikasterion) und mit 51 e. besetzt waren (Aristot. Ath. pol. 57,3f.). Dieses im Verhältnis zu den übrigen Dikasterien kleine Kollegium wurde aus Geschworenen (Dikastes) gebildet. Neuerdings nimmt man an, daß vor Solon E. auch an der Gerichtsstätte auf dem Areshügel tagten, zu denen damals allerdings noch nicht alle Bürger bestellt werden konnten. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography R…

Dikasterion

(851 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
(δικαστήριον). A. Athen [English version] 1. Gerichtsstätte Es gab zwei Arten von Gerichtsstätten: solche, an denen über Tötungsverbrechen gerichtet wurde (φονικά, phoniká), und solche, an denen andere öffentliche oder private Klagen verhandelt wurden. Die ersten, fünf an der Zahl, waren aus sakralen Gründen am Stadtrand und nicht überdacht, um eine Befleckung durch den Angeklagten zu vermeiden (Antiph. 5,11; Aristot. Ath. pol. 57,4), die zweiten lagen am Markt oder in seiner unmittelbaren Nähe. Sie waren bis auf die beiden größten, die Hēliaía (Ἡλιαία) und die Stätte der ekklēsí…

Parakletos

(140 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (παράκλητος, wörtl. “Herbeigerufener”). In Athen hatten die Prozeßparteien ihre Sache grundsätzlich selbst zu vertreten, allenfalls unterstützt von nahestehenden Personen, die vor den Gerichtshöfen zusätzlich das Wort ergriffen ( sýndikos , synḗgoros ). Als Unsitte (Xen. mem. 4,4; Plat. apol. 34c; Plat. leg. 934e) hatte sich eingebürgert, daß die Angeklagten, die sich im Epilog ihrer Verteidigungsrede mit der Bitte um Freispruch an die Geschworenen wandten, ihre Frau, Eltern, Kinder, Verwand…

Apographe

(100 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀπογραφή) war in Athen jede schriftliche Erklärung gegenüber einer Behörde, insbes. die Abgabe eines Verzeichnisses vom Staat einzuziehender Güter. Danach wurde auch der Antrag auf Einziehung des verzeichneten Bestandes sowie das ganze Einziehungsverfahren a. genannt [1]. Für das Verfahren war das Geschworenengericht, in der Regel unter dem Vorsitz der Elfmänner, zuständig. In Ägypten bedeutete a. die schriftliche Anzeige an eine öffentliche Behörde über den Besitz- oder Personenstand sowie die Anmeldung zum Grundbuchamt [2]. Thür, Gerhard (Graz) Biblio…

Phonos

(355 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (φόνος). Tötung eines Menschen. Wegen ph. konnten im griech. Recht die nächsten Verwandten urspr. Blutrache (A.) üben; mit Erstarken der Polis, in Athen jedenfalls seit Drakon (E. 7. Jh.v.Chr.), waren sie auf eine Privatklage ( díkē ) wegen ph. beschränkt. Diese war beim basileús (I.C.) einzubringen, in drei Vorterminen wurden von den Parteien und Zeugen feierliche Eide ( diōmosía ) geschworen. Die Entscheidung fiel je nach Qualifikation der Tat in Gerichtsversammlungen, die an verschiedenen Kultstätten tagten ( dikastḗrion A.I.): Bereits Drakon untersch…

Diomosia

(236 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (διωμοσία). Mindestens seit Drakon (vor 600 v.Chr.) hatten in Athen beide Parteien und ihre Helfer (Zeugen) im formalen Vorverfahren ( prodikasíai) zu Mordprozessen vor dem Archon Basileus einen feierlichen Eid, die D., zu leisten. Der Ankläger beschwor darin (unter Anrufung der Rachegöttinnen und anderer Gottheiten) unter Einsatz seiner eigenen Person, seines Geschlechts und seines Hauses seine Berechtigung zur Verfolgung, und daß der Angeklagte die Tat wirklich begangen habe (Antiph. 6,16; Demosth…

Codex Hermopolis

(282 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] Mit diesem Namen wird eine etwa 2 m lange, von S. Gabra in Tuna-el-Gebel entdeckte Papyrusrolle bezeichnet, die zehn Kolumnen eines juristischen Textes in demot. Sprache enthält. Der Text stammt aus der 1. H. des 3. Jh.v.Chr., doch dürften einzelne Bestimmungen in die pharaonische Zeit zurückreichen; in POxy 46,3285 sind zwei Fragmente einer griech. Version erhalten, die in die 2. H. des 2. Jh.n.Chr. zu datieren sind. Den Inhalt kann man nach heutigem Verständnis in vier Abschnit…

Exhaireseos dike

(151 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐξαιρέσεως δίκη). Wer behauptete, jemand sei sein Sklave, konnte in Athen gegen den Betreffenden eigenmächtig vorgehen und ihn mit sich “wegführen” (ἄγειν, ágein). Dagegen konnte wiederum ein Dritter auftreten, der den Ergriffenen mit einem Akt formaler Gewalt ‘in die Freiheit entriß’ (ἐξαιρεῖσθαι oder ἀφαιρεῖσθαι εἰς ἐλευθερίαν, exhaireísthai/aphaireísthai eis eleutherían; Aischin. in Timarchum 62; Demosth. or. 59,40; Lys. 23,9). Der Wegführende mußte dann den Ergriffenen, allerdings nur gegen Bürgenstellung, freigeben, konnte den Dritten aber mit e.…

Antomosia

(92 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀντωμοσία) war in Griechenland, insbes. in Athen, ein Eid, den beide Parteien in der Voruntersuchung oder bei der Hauptverhandlung zu leisten hatten, wohl ein Relikt aus dem archa. Prozeß. Durch die a. wurde die Wahrheit der Klage wie der Klagebeantwortung im voraus bekräftigt. Daher ging der Name auch auf die Prozeßschriften (Antigraphe) über. Von Platon (leg. 948d) wurde die a. nicht übernommen. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A. R. W. Harrison, The Law of Athens I, 1971, 99 f.  G. Thür, Greek Law, hrsg. v. L. Foxhall, 1996, 63 f.

Biaion dike

(78 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (βιαίων δίκη). Eine Privatklage, mit der man in Athen Raub, Notzucht an einer freien Person (männlichen oder weiblichen Geschlechts) sowie die Entführung einer freien Person zum Zwecke der Unzucht verfolgen konnte. Solon hatte im 6.Jh. v.Chr. hierfür eine Geldbuße festgesetzt, später trat zu der Buße an den Verletzten wegen öffentlichen Interesses noch eine Strafe in gleicher Höhe an den Staat. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography D. Cohen, Law, violence, and community in classical Athens, 1995.

Anadikia

(127 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀναδικία). Der Grundsatz, daß eine vom Gericht entschiedene Sache nicht nochmals Gegenstand eines Prozesses sein durfte (für Athen Demosth. 24,54), wird in den griech. Rechten in Einzelfällen durchbrochen: im Säumnisverfahren und in einigen Fällen nach einer erfolgreichen Klage wegen falschen Zeugnisses, δίκη ψευδομαρτυρίων (Pseudomartyrias dike), ist erneutes Prozessieren, a., möglich. Das betrifft nach einem Scholion zu Plat. leg. 937d Prozesse um das Bürgerrecht, die Zeugnisklage selbst und Erbschaftsprozesse. Platon sieht…

Atimetos agon

(75 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἀτίμητος ἀγών). Vor allem in Athen ein Prozeß, in dem der Beklagte keinen Gegenantrag ( antitimesis ) über das Strafausmaß stellen konnte. Nach einem Schuldspruch war keine weitere Abstimmung über die Höhe der Strafe nötig, der Prozeß war ἀτίμητος, “unschätzbar”. Das Strafmaß war bereits vom Gesetz festgelegt, in öffentlichen Prozessen wegen schwerer Verbrechen oft die Todesstrafe oder Verbannung. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A.R.W. Harrison, The Law of Athens II, 1971, 81f.

Ekecheiria

(62 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐκεχειρία). T.t. für “Waffenstillstand”, “Gerichtsruhe” und den “Gottesfrieden”, wie ihn Iphitos von Elis und Lykurgos von Sparta für die Spiele in Olympia vereinbarten (Plut. Lycurgus 1,2; Paus. 5,20,1) und auch die anderen großen Festorte für sich in Anspruch nahmen. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography StV II Nr. 185; III S. 414 (II A6)  L. Robert, Études Anatoliennes 2, 1937, 177ff.

Hypeuthynos

(85 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ὑπεύθυνος) wird in Strafbestimmungen griech. Dekrete für “haftbar, schuldig” gebraucht (gemeint: zur Zahlung von Geldstrafen, z.B. IPArk 11,37), speziell in Athen für “rechenschaftspflichtig”. Jeder Athener, der ein Amt innehatte, mußte sich nach Ablauf der Amtszeit einem Rechenschaftsverfahren (εὔθυναι, eúthynai ) unterziehen, bis zu dessen Abschluß er nicht ins Ausland reisen und über sein Vermögen keine Verfügungen treffen durfte. In den Papyri Ägyptens bedeutet h. einfach “leistungs- oder zahlungspflichtig”. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A.R…

Paranoias graphe

(189 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (παρανοίας γραφή). “Klage wegen Geisteskrankheit”. Wie in Rom wurde Verschwendung des ererbten (nicht des sonst erworbenen) Vermögens auch in Athen auf Geisteskrankheit zurückgeführt und zog ein Verfahren der Entmündigung nach sich. Plat. leg. 929d verlangt dafür zusätzlich zur Verschwendung noch Krankheit, Greisenalter oder ungewöhnliche Heftigkeit des Charakters. Das Recht Athens sieht eine Popularklage ( graphḗ [1]) gegen den Verschwender vor (Aristot. Ath. pol. 56,6), die in der Regel von einem erbberechtigte…

Koinonia

(97 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (κοινωνία) bezeichnet in griech. Sprache allg. jegliche menschliche Gemeinschaft, wie Staat, Verein, Handelsgesellschaft oder Gemeinschaft von Erben oder Miteigentümern. Zu den Vereinen ist ein Gesetz Solons in Dig. 47,22,4, Gaius 4 ad legem XII tab. (= Solon fr. 76a Ruschenbusch) überliefert, Ges. und Gemeinschaft sind in den att. Quellen nur gelegentlich erwähnt. Auch in den Papyri drückt k. sowohl die röm. societas als auch die communio aus. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A.R.W. Harrison, The Law of Athens I, 1968, 240-242  A. Biscardi, Diritto greco a…

Diaitetai

(217 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
(διαιτηταί). [English version] [1] Private Schiedsrichter Im griech. Recht allg. Bezeichnung für von beiden Parteien einvernehmlich bestellte “private” Schiedsrichter, die entweder zur Vermittlung oder zur endgültigen Streitentscheidung befugt waren (Demosth. or. 27,1; 59,47). Häufig bestellte jede Partei Vertrauensmänner, die sich dann auf einen Dritten einigten, so daß insgesamt drei d. das Schiedsgericht bildeten. Thür, Gerhard (Graz) [English version] [2] Athenischer Vor-Ausschuß bei Vermögensklagen In Athen hatte jeder Bürger nach Vollendung des 59. Le…

Emporikoi nomoi

(79 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐμπορικοὶ νόμοι). In Athen die nach ihrem objektiven Inhalt (nicht, wie sonst üblich, nach der Zuständigkeit der einzelnen Behörden) zusammengefaßten Gesetze über den Seehandel (Demosth. or. 35,3); sie dürften vor allem strenge Bestimmungen zum Schutz der Getreideversorgung der Stadt getroffen haben. In diesen Bereich fiel auch die Beschleunigung des Gerichtsverfahrens (Emporikai dikai) und die Erschwerung leichtsinniger Anklagen gegen Kaufleute und Reeder (Demosth. or. 58,10f.). Thür, Gerhard (Graz) Bibliography E.E. Cohen, Ancient Athenian Mari…

Katalysis

(152 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (κατάλυσις). Wörtlich “Auflösung”, gemeint “der Verfassung” (τοῦ δήμου, tu dḗmu), Hochverrat, in Athen entweder mit graphḗ oder eisangelía durch Einschreiten jedes beliebigen Bürgers zu verfolgen. Ob eine derartige eisangelía bereits auf Solon (6. Jh.v.Chr.) zurückgeht und vor den Areios pagos gehörte (Aristot. Ath. pol. 8,4), ist strittig. Nach dem in Demosth. or. 24,144 überlieferten Ratseid war bei k. die bulḗ zum Einschreiten berechtigt. Nach Aufhebung des Eisangeliegesetzes im J. 411 v.Chr. (Aristot. Ath. pol. 29,4) wurde k. 410/09 (And. 1,96-98) u…

Hyperocha

(231 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] Wörtlich “Überschuß” (τὰ ὑπέροχα, tá hypérocha, oder ἡ ὑπεροχή, hē hyperochḗ), bezeichnet technisch den Mehrwert, um den der Wert der Pfandsache den Betrag der gesicherten Forderung übersteigt, lat. superfluum. Da das griech. Pfand dogmatisch als Verfallspfand aufzufassen ist (vgl. hypothḗkē ), bedurfte es bes. vertraglicher oder gesetzlicher Regelungen, wenn der Mehrwert einem weiteren Gläubiger als Sicherung dienen oder nach Pfandverkauf an den Pfandschuldner fallen sollte. Mehrfache Verpfändung ist bereits im 4. Jh. v.Chr. aus Athen belegt (vgl. hypot…

Pherne

(283 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (φερνή). Was die Frau an beweglichem Vermögen als “Mitgift” in die Ehe “einbringt” (φέρειν, phérein), wird gemeingriech. als ph. bezeichnet. Zu unterscheiden ist die ph. von der προίξ ( proíx ), der Mitgift hauptsächlich in Gestalt von Grundstücken und Sklaven, wie sie in den griech. Poleis üblich war. Durch die Schätzung der Rückgabepflicht in Geld verwischen sich die Grenzen, jedoch kann man nicht von synonymen [1. 2040f.] Ausdrücken sprechen. Die klass. griech. Autoren verwenden ph. nur für mythische und nichtgriech. Verhältnisse (anachronistisch v…

Epidikasia

(170 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐπιδικασία). Während in Athen die legitimen leiblichen oder zu Lebzeiten adoptierten ( eispoíēsis ) Söhne des Erblassers durch schlichtes embateúein sich des Nachlasses bemächtigen konnten, bedurften Außenerben hierzu eines E.-Dekrets durch den Archon (Archontes [I]). Diese der Erteilung der röm. bonorum possessio ähnliche Anordnung ermächtigte den Bewerber zum Antritt der Erbschaft, schloß aber eine spätere gerichtliche Entscheidung über das Erbrecht eines anderen Prätendenten ( diadikasía ) nicht aus. In gleicher Weise war auch die epíklēros

Paranomon graphe

(275 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (παρανόμων γραφή). “Klage wegen mißbräuchlicher Gesetzgebung”. Vermutlich erst nach Perikles wurde in Athen eine Popularklage ( graphḗ [1]) eingeführt, die jeder unbescholtene Bürger binnen Jahresfrist gegen denjenigen erheben konnte, der in der Volksversammlung ( ekklēsía ) einen Beschluß beantragt hatte, der gegen Verfahrensvorschriften oder ein bestehendes Gesetz verstieß. Zuständig waren die Thesmotheten ( árchontes I.), das dikastḗrion (einmal sogar besetzt mit 6000 Geschworenen, Andok. 1,17; 415 v.Chr.) konnt…

Palindikia

(223 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (παλινδικία). “Wiederholtes Prozessieren in derselben Sache”, vgl. anadikía und die zugrundeliegenden Verba (ἀνὰ und πάλιν δικάζειν). Der Vorwurf gegen Advokaten ( logográphos ), durch Tricks eine p. erreicht zu haben (Plut. Demosthenes 61; Poll. 8,26), muß nicht immer auf Durchbrechung der “materiellen Rechtskraft” ( paragraphḗ ) abstellen, sondern kann sich auch darauf beziehen, daß ein Anspruch mit unterschiedlichen Klagen verfolgt wurde, was in Athen zulässig war. Echte Wiederaufnahme eines Prozesses …

Enepiskepsis

(90 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐνεπίσκηψις). Bei der Konfiskation eines Vermögens ( dḗmeusis , dēmióprata ) konnte in Athen ein Dritter mit der Behauptung auftreten, ein bestimmtes Vermögensstück gehöre ihm oder sei ihm verpfändet. Erhob er deshalb Widerspruch in Form einer e., kam es zw. ihm und dem Betreiber der Konfiskation ( apographé ) zu einer diadikasía , in der entschieden wurde, ob der Staatsschuldner dem Dritten die Herausgabe jener Vermögensstücke “schulde” (Demosth. or. 49,45ff.; Hesperia 10, 1941, 14). Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A.R.W. Harrison, The Law of Athens II,…

Epangelia

(103 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (ἐπαγγελία). In Athen die gesetzlich vorgeschriebene Ankündigung der Einreichung einer dokimasía gegen einen Redner, der einen Antrag in der Volksversammlung einbrachte. Sie konnte von jedem Bürger gegen den Antragsteller eingereicht werden, der sich einer Handlung, die ihm das Rederecht entzog, schuldig gemacht hatte, aber noch nicht gerichtlich verurteilt war (Aischin. Tim. 28ff. 81). In den ägypt. Papyri bedeutet e. die Ansage einer Klage gegen den Schuldner. Thür, Gerhard (Graz) Bibliography A.R.W. Harrison, The Law of Athens II, 1971, 204  M.H. Hansen, …

Endeixis

(140 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (Ἔνδειξις). Wörtlich “Anzeige”: Die E. war in Athen eine bes. Form des öffentlichen Einschreitens einer Privatperson, das die sofortige Verhaftung des Angeklagten oder die Anordnung einer Gestellungsbürgschaft durch den Gerichtsvorstand (die “Elfmänner”, den Árchōn Basileús oder die thesmothétai; Archontes) zur Folge hatte. Sie war gegen Personen (Staatsschuldner, Verbannte oder átimoi (Atimia) zulässig, die Orte (Heimat, Volksversammlung, Rat, Gerichtshöfe, Heiligtümer, Markt) besuchten, deren Besuch ihnen durch Gesetz oder Vo…

Dikastikos misthos

(304 words)

Author(s): Thür, Gerhard (Graz)
[English version] (δικαστικὸς μισθός). Tagegelder für athenische Geschworene seit Mitte des 5. Jh.v.Chr. (Aristot. Ath. pol. 2,2). In der frühen Demokratie Athens galt der Grundsatz der demokratischen staatsrechtlichen Gleichheit. Die zunehmende wirtschaftliche und soziale Ungleichheit führte aber in der Folge dazu, daß nur wirtschaftlich unabhängige Bürger, also nur der wohlhabende Teil der Stadtbevölkerung, an den Gerichtsversammlungen teilnahmen, während die minderbemittelten oder armen Bürger,…
▲   Back to top   ▲