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Evangelische Kirchen

(8,668 words)

Author(s): Wendebourg, Dorothea
1. Aufbauphase im 16. Jahrhundert Die Ablehnung der Reformation durch die Röm. Kirche (= K.) führte dazu, dass die westl. Christenheit in die röm.-kath. Konfessionskirche einerseits (vgl. Katholische Reform) und die (in etlichen Punkten auch gegeneinander abgegrenzten) E. K. andererseits auseinander trat. Mit dem Ziel evangeliumsgemäßer Erneuerung der ganzen – abendländischen – K. angetreten, hatte die reformatorische Bewegung erfahren, dass deren Autoritäten ihre Forderungen nach Reform in Verkündi…

Mönchtum

(2,871 words)

Author(s): Mertens, Benedikt | Wendebourg, Dorothea | Prokschi, Rudolf | Hacker, Sebastian Maximilian
1. Begriff Die Begriffe M., Mönch und monastisch, vom griech. mónachos (»allein lebend«) hergeleitet, stehen für eine durch Abgrenzung von der sozialen Umwelt und konzentrierte Hinwendung zum Göttlichen bestimmte ehelose Lebensform (Zölibat), die in vielen religiösen Traditionen beheimatet ist. In der westl. Kirche bildet das M. die älteste, nicht aber wie in den oriental. Kirchen die einzige Form der christl. Orden. Als Mönchsorden gelten bes. die unter dem Einfluss der Regel des Benedikt von Nursia entstandenen Benediktiner und Zisterzienser sowie we…

Bischofsamt

(2,014 words)

Author(s): Walter, Peter | Wendebourg, Dorothea
1. Katholizismus 1.1. Das katholische Bischofsamt Bischof (= Bf.; von griech. epískopos: »Aufseher«) bezeichnet (1) im NT das Mitglied eines gemeindlichen Leitungsgremiums; (2) seit dem 2. Jh. den Vorsteher einer christl. Stadtgemeinde, der diese unter Mitarbeit von Presbytern (Priesteramt) und Diakonen leitet; (3) seit der Spätantike bis heute den Vorsteher eines größeren Bezirks ( Bistum), den Diözesan-Bf. Das B. im zuletzt genannten Sinn beinhaltet neben der Leitung des eigenen Sprengels auch gesamtkirchliche Aufgaben, die kollegial wahrgenommen…

Diakon/Diakonisse

(745 words)

Author(s): Wendebourg, Dorothea
Der Diakonat (lat. diaconatus, »(Kirchen)Dienst«, Amt des D.; von griech. diákonos, »(Kirchen)Diener«) entwickelte sich im Laufe von Spätantike und MA zur – Männern vorbehaltenen – untersten Weihestufe des kirchlichen Amtes und zum Durchgangsstadium auf dem Weg zum Priesteramt. Die Römisch-katholische Kirche der Nz. hielt daran fest. Die Reformation hingegen lehnte diese Konstruktion aus zwei Gründen ab: Sie wies die Vorstellung eines gestuften Amtes mit ihrer Implikation einer Steigerung von Weihegraden ab. Zudem bestand sie auf…

Gottesdienst

(4,806 words)

Author(s): Bärsch, Jürgen | Wendebourg, Dorothea | Felmy, Karl Christian | Loeser, Martin
1. Katholisch 1.1. Sachbestimmung und Bedeutung In kath. Perspektive ist G. bzw. Liturgie (griech. leitourgía, »Dienst für die Gemeinde«) ein Sammelbegriff für jene Feiern, in denen die Kirche mittels eines rituellen Geschehens des Heilshandelns Gottes in Jesus Christus gedenkt und ihm Lobpreis, Dank und Bitte darbringt. Dabei bildet die Messe (die sakramentale Vergegenwärtigung von Tod und Auferstehung Christi) Mitte und Höhepunkt. Während weitere als Sakrament bezeichnete G. Stationen im Lebenslauf begleiten (z. B. Taufe, Eheschließung, Krankensalbung), zeichnet die …

Reformation

(11,304 words)

Author(s): Wendebourg, Dorothea | Schilling, Johannes | Strohm, Christoph | Null, John Ashley | Prankel, Dieter | Et al.
1. Historischer Überblick 1.1. Begriff und neuzeitliche Deutung R. (von lat. reformatio, ›Wiederherstellung‹, ›Umgestaltung‹) ist seit der Mitte des 19. Jh.s spezieller Terminus für die eine Seite jener Vorgänge, durch die im 16. Jh. die westl. Christenheit in mehrere einander antagonistische Konfessionskirchen auseinandertrat; sein Antonym, welches die andere Seite bezeichnet, ist Gegen-R. Zuvor hatte der Begriff die allgemeine Bedeutung von Reform. So begegnet reformatio bzw. die zugrundeliegende verbale Form reformare in den kirchl. und polit. Reformbewegungen…